Dienstag, 22.05.2012
Schnelles Internet auf dem Land: Zukunftsmusik oder schon Wirklichkeit?
München - 2011 tut sich Einiges im Ausbau des Internets. Neue Technik per Funk und Satellit soll surfen für Wetterbericht, Weizenpreis und Einkaufen auf dem Land schneller machen.
In diesem Jahr noch soll es in vielen ländlichen Gebieten schnellere Internetverbindungen geben. Neue Techniken sollen's möglich machen.
© Mühlhausen/landpixel
Landwirte, die ihren Mehrfachantrag online stellen, neue Fotos für die Ferienhof-Webseite hochladen oder Dokumente an den Steuerberater übertragen wollten, mussten bisher viel Geduld mitbringen. Denn von einem leistungsfähigen Breitbandanschluss konnten Anwohner in ländlichen Gebieten meist nur träumen. Anfang 2011 hatten bundesweit zwar 98,5 Prozent aller deutschen Haushalte die Möglichkeit eines Netzzugangs mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 1 Mbit/s, in Gebieten mit weniger als 100 Einwohnern je Quadratkilometer sieht es jedoch anders aus, dort haben nur rund 85 Prozent der Haushalte eine solchen Netzzugang.
Neue Technik soll's richten
Eine neue Mobilfunktechnik soll nun für mehr Geschwindigkeit sorgen.
LTE (englisch: "long term evolution", sprich langfristige Entwicklung)
oder auch "4G" heißt der neue Übertragungsstandard. LTE ist der
Nachfolger von UMTS beim Versenden von Daten per Mobilfunk. Dabei
schicken und empfangen Computer oder Mobiltelefone Daten zum nächsten
Sendemast. Von dort geht es weiter ins Netz der weltweit verbundenen
Rechner. Auch wenn die Anbieter lediglich von "Funk" sprechen, LTE
erzeugt eine Internetverbindung über das Mobilfunknetz. Telekom,
Vodafone und O2 rüsten meistens vorhandene Funkmasten mit der neuen
Technik auf. Diese kommunizieren dann mit dem LTE-Stick oder der
Empfangseinheit im Haus und Büro. Theoretisch sind Datenraten bis 100
Mbit/s drin. Surfen mehrere Nutzer in einer Funkzelle, geht die
Geschwindigkeit runter.
Bytes aus dem Weltall
Daten aus dem Internet per Satellitenschüssel zu empfangen, ist seit
einigen Jahren möglich. Unbefriedigend war bisher, dass diese aus dem
All zwar flott empfangen werden konnten. Der Datenversand funktionierte
nur mit einem meist langsamen Telefonanschluss.Seit Ende 2010 kreisen
neue Satelliten um die Erde, die beides können: sowohl Daten empfangen
als auch senden. Fachleute sprechen von bi-direktionaler Verbindung.
Egal ob Internetseiten aufrufen oder E-Mails verschicken, beides legt
den Weg von der Erde zum Satellit zurück und kommt von dort wieder.
Eine 10-m-Riesenantenne in Berlin empfängt die Datenpakete zentral für
Deutschland und schickt sie per Glasfaserkabel weiter ins Netz. Ab Juni
2011 sollen so überall in Deutschland Daten mit bis zu 10 Mbit/s
empfangen und mit 4 Mbit/s gesendet werden können. Den kompletten
Artikel finden Sie im aktuellen Heft
dlz-agrarmagazin (06/2011).
Landlive-Community diskutiert über Breitband
"Schneckentempo oder High-speed – Warum und wie schnell surft ihr im
Internet?" lautet der neue Thread, den die dlz-Redaktion vor kurzem zum
Thema Breitbandanschluss bei www.landlive.de gestartet hat. Interessant ist
dabei, wofür die Landwirte einen schnellen Internet-Anschluss nutzen.
Für den Betrieb oder hauptsächlich privat? Um Online-Spiele zu spielen
oder um die Ackerschlagkartei zu führen, ihre Steuererklärungen zu
verschicken, ihre Tiere anzumelden und den aktuellen Weizenpreis zu
erfahren? Und wer ist mit welcher Technik unterwegs: per Modem, DSL,
Mobilfunk, LTE oder per Satellit?
- landlive.de: Diskutieren Sie mit und verraten Sie der Community, wofür Sie einen
schnellen Internet-Zugang brauchen und was Ihre favorisierte Technik
ist. Mitreden...
gz
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