Dienstag, 22.05.2012
Born: Breitbandversorgung endlich realisieren
Berlin - Flächendeckende Breitbandversorgung mit 16 Megabit bis 2012 und 50 Megabit bis 2018: Das hat der Generalsekretär des DBV, Helmut Born, gefordert.
Deutschland war von 2009 bis 2010 in vielen Bereichen Spitzenreiter.
© Mühlhausen/landpixel
"Ein schnelles und leistungsfähiges Internet gehört heute zur allgemeinen 'Daseinsvorsorge'", erklärte Born auf dem Kongress "Zukunft der strukturschwachen und ländlichen Räume" im Deutschen Bundestag. Born unterstützte damit die Bundestagsabgeordneten der Regierungskoalition, die den ländlichen Raum schneller mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen versorgen wollen.
Der Kongress fand unter Vorsitz von Ernst Hinsken statt, dem Vorsitzenden des Unterausschusses "Regionale Wirtschaftspolitik" in Deutschland.
Dabei geht es, so Born, nicht nur um die Arbeitsfähigkeit und Bildungsmöglichkeit der Bauernfamilien im ländlichen Raum, sondern auch um Arbeitsplätze und Bildungschancen für die Bewohner dort.
Deutschland: Über 60 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Land
Mehr als 60 Prozent der deutschen Bevölkerung leben in ländlichen
Regionen. "Wenn Start-Up-Unternehmen wieder aufgeben müssen, weil die
Leistungsfähigkeit der Internetverbindungen nicht ausreiche und dies
sogar in unmittelbarer Nähe von größeren Städten, dann ist es
allerhöchste Zeit, die flächendeckende Breitbandversorgung endlich
voranzubringen", betonte Born. Nicht nur junge Menschen beurteilten ihre
Bleibeperspektive im ländlichen Raum in erster Linie durch ihre
beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. "Wirtschaftliche Entwicklungen
und infrastrukturelle Rahmenbedingungen sind untrennbar miteinander
vernetzt", stellte Born fest.
Auch der wachsende ländliche Tourismus
brauche leistungsfähige Verbindungen, um Reservierungs- und
Buchungssysteme für "Urlaub auf dem Bauernhof" zu ermöglichen. Wenn die
Netzagentur regionale Monopolsituationen bei den IT-Dienstleistern
zulasse, sei es auch notwendig, gleichwertige Verhältnisse in der Fläche
als Vergabekriterium zu erzwingen.
Bildung, Familie und Beruf sollen kombinierbar bleiben
Eine weitere besondere Herausforderung sei der Bildungsbereich im
ländlichen Raum. Kindertagesstätten und Ganztagsschulen seien in
ländlichen Gebieten so einzurichten, dass auch auf dem Land Familie und
Beruf kombinierbar bleibe. Entsprechende Betreuungsangebote in den
Kindertagesstätten und Schulen sowie flexible Öffnungszeiten seien
notwendig. Dazu müssten nicht nur die Kommunen die Voraussetzungen
schaffen, sondern auch die Eltern viel Initiative ergreifen. Im
ländlichen Raum hätten vernünftige überörtliche Schulnetzplanungen und
Fahrkonzepte für die Schüler größere Bedeutung als in den städtischen
Ballungszentren. Schulformen übergreifende Standorte auf dem Land würden
helfen, die Dauer der Fahrzeiten für die Schüler nicht
unverhältnismäßig groß werden zu lassen.
Neue Wege für den ländlichen Raum forderte Born auch bei der
Ärzteversorgung. Stationäre und ambulante Versorgung seien besser zu
vernetzen und Gemeinschaftspraxen voranzutreiben.
pd
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