Mittwoch, 23.05.2012
Neue Finanzierungsmodelle bei Bayer CropScience
Monheim - Bezahlung von Pflanzenschutzmitteln mit Agrarrohstoffen: Bayer CropScience setzt bei weniger zahlungsfähigen Landwirten in Brasilien und in der Ukraine auf zwei neue Finanzierungsmodelle.
Wie das zum Teilkonzern der Bayer AG zählende Unternehmen dazu in einer Presseinformation berichtete, sind die brasilianischen Landwirte bedingt durch hohe Logistik- und Transportkosten, die aus einer schwach entwickelten Infrastruktur resultieren, mit steigenden Produktionskosten konfrontiert. Daher sei ein besserer Zugang zu erschwinglichen Finanzinstrumenten nötig. Aus diesem Grund bietet der Konzern laut eigenen Angaben eine Art Tauschgeschäft an, bei dem die Landwirte anstelle der Bezahlung der Pflanzenschutzmittel in lokaler Währung auch Agrarrohstoffe wie in Säcken abgefüllte Sojabohnen verwenden können.
Bei diesen speziellen Warenaustauschgeschäften setzten die Monheimer Partnerschaften mit Banken und Handelsgesellschaften ein; das daraus resultierende Wissen werde den Kunden dann zur Verfügung gestellt. „Die Finanzierung von Betriebsmitteln bis zur Ernte ist nun für die Landwirte in Brasilien kein Problem mehr“, stellte Bayer CropScience fest. Aufgrund der Trennung von Währungs- und Preisschwankungen könnten die Landwirte eine effizientere Langfristplanung betreiben. Außerdem ermöglichten die Bartergeschäfte den Landwirten im bevölkerungsreichsten Land Südamerikas mehr Flexibilität und bessere Planungssicherheit.
Das volle Potential entfalten
Auch bei dem ukrainischen Geschäftsmodell geht es um den Zugang zu finanziellen Mitteln für die Landwirte. Das Land brauche eine höhere Produktivität der Landwirtschaft und eine stärkere Entwicklung ländlicher Gebiete, stellte das Monheimer Pflanzenschutzunternehmen fest. Die Landwirte der Ukraine hätten Schwierigkeiten, private Kredite aufzunehmen, um landwirtschaftliche Betriebsmittel zur Sicherung von Ernten und zur Erhöhung der agrarischen Produktivität zu kaufen. Daher sei man Partnerschaften mit einheimischen Banken und der internationalen Finanzkooperation (IFC) eingegangen, aus denen ein neues Geschäftsmodell hervorgegangen sei. Dieses soll für kleine und mittelständische Unternehmen landesweit den Zugang zu Finanzmitteln verbessern.
Laut Bayer CropScience stellen der IFC und die Raiffeisen Bank Aval eine Risikoabsicherung auf der Grundlage eines Portfolios von bis zu 140 Millionen Dollar (103 Millionen Euro) an saisonbedingten Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Bayer-Teilkonzern bereit. Die Investitionen der IFC belaufen sich nach Konzernangaben insgesamt auf bis zu 70 Millionen Dollar (51 Millionen Euro). Die Raiffeisen Bank Aval soll den Landwirten Garantien geben, die es ihnen erlauben, Produkte des Pflanzenschutzmittelherstellers auf Kredit zu kaufen. „Die ukrainischen Landwirte sind nun in der Lage, die notwendigen Pflanzenschutzmittel zu kaufen, die zu einer erhöhten Produktivität und einem sicheren Einkommen führen“, erläuterte Bayer CropScience. Zudem profitiere der landwirtschaftliche Sektor von den neuen Geschäftschancen wie dem Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse in andere europäische Länder. Außerdem werde die Entwicklung der ländlichen Gebiete unterstützt, was der Ukraine helfe, ihr „volles landwirtschaftliches Potential“ zu erreichen.
AgE
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