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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Pflanze » Allgemeines » Erntebilanz DBV ]
Mittwoch, 23.05.2012
Allgemeines | 20.08.2007

DBV-Erntebilanz: Enttäuschende Getreide- und Rapsernte

Berlin - Für die deutschen Ackerbauern geht eine mengenmäßig enttäuschende Getreide- und Rapsernte zu Ende, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) auf seiner Erntepressekonferenz mitteilte.

© pascal cribier/Fotolia
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© pascal cribier/Fotolia

Mit knapp 40 Millionen Tonnen Getreide (- 8,7 Prozent) fiel das Ernteergebnis 2007 nochmals niedriger aus als die ohnehin schwache Ernte 2006, so der DBV. Auch die Winterrapsernte sei für die Bauern ernüchternd. Trotz einer Ausdehnung des Rapsanbaus um 9 Prozent bleibe die Erntemenge mit fünf Millionen Tonnen hinter dem Vorjahr zurück.

Mit Ausnahme traditioneller Spätdruschgebiete sei die Getreideernte eingefahren, so dass die Marktversorgung sichergestellt sei. Immer neue Niederschläge verhinderten derzeit jedoch den Abschluss der Getreideernte.

Für die einzelnen Getreidearten nennt der Deutsche Bauernverband folgende Ergebnisse:

Wintergerste 

Bei der Wintergerstenernte ist 2007 mit 8 Millionen Tonnen ein deutlicher Rückgang der Erntemenge zu verzeichnen. Der um 12 Prozent niedrigere Ertrag und ein leichter Flächenrückgang (minus 3 Prozent) haben dazu geführt, dass die Erntemengen um 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückging. Die Wintergerste hat damit erwartungsgemäß am stärksten unter der Frühjahrstrockenheit gelitten. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Entwicklungsstadiums konnten Trockenschäden nicht mehr kompensiert werden.

Sommergerste 

Deutlich geht auch die Entemenge für Sommergerste zurück. Ein um 8,6 Prozent geringerer Ertrag gegenüber dem Vorjahr - verstärkt durch einen Rückgang der Anbaufläche um 8,5 Prozent - lässt die Erntemenge auf 2,1 Millionen Tonnen zurückgehen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dieses einen deutlichen Rückgang in Höhe von 16 Prozent. Die Qualitäten sind regional unterschiedlich, sie sind aber für Braugerste, dem wesentlichen Verwendungszweck der Sommergerste, in der Regel ausreichend. Vielfach war die Sommergerste zu Beginn der Frühjahrstrockenheit ausgesät worden, so dass die Saatkörner nicht aufliefen oder die jungen Pflanzen nur unzureichend ertragsbildende Organe ausbilden konnten.

Roggen 

Die Roggenernte liegt über 350.000 Tonnen und damit etwa 14 Prozent über dem Vorjahr. Grund ist eine starke Anbauausdehnung dieses Brotgetreides um 25,1 Prozent, allerdings konnte aufgrund des um 9 Prozent niedrigeren Hektarertrages die Ertragsmenge nicht im gleichen Umfang gesteigert werden. Der immer wieder die Ernte unterbrechende Regen hat insbesondere bei später geernteten Partien vereinzelt zu Qualitätsverlusten geführt, insgesamt wird die Qualität jedoch zur Verwendung als Brotgetreide als ausreichend angesehen.

Weizen 

Besonders groß ist die Enttäuschung über die Ergebnisse bei der Ernte von Weizen, der wichtigsten Getreideart in Deutschland. Die Erntemenge wird etwa bei 20 Millionen Tonnen liegen, knapp 10 Prozent unter der schon unterdurchschnittlichen Vorjahresernte. Vor der Ernte war vielfach noch von einem Ertrag ausgegangen worden, der auf Vorjahresniveau lag. Die Aussagen zur Backqualität lassen bislang auf ausreichende Qualitäten schließen. Allerdings erreichen spät geerntete Partien nicht immer die erforderlichen Qualitäten.

Winterraps 

Unter der ungewöhnlichen Witterung hat auch der Winterraps gelitten. Trotz einer Ausdehnung des Anbaus um knapp 9 Prozent auf 1,5 Millionen Hektar blieb die Erntemenge mit 5 Millionen Tonnen um 5 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Der frühe Vegetationsstart hatte den Raps bis zu 3 Wochen früher als üblich blühen lassen, Spätfröste trafen ihn dann in dieser empfindlichen Entwicklungsphase. In Verbindung mit der Trockenheit im Frühjahr führte dieser zu geringem Ertrag und im Vergleich zu den Vorjahren niedrigen Ölgehalten.

Die durchschnittlichen Ernteerträge für Deutschland insgesamt vermögen laut DBV nicht die regional unterschiedliche Erntesituation widerzuspiegeln. Während in Bayern insbesondere bei Weizen Erträge über dem Vorjahr geerntet worden sei, hätte Virusbefall in Niedersachsen und Schleswig-Holstein erhebliche Ertragseinbussen zur Folge gehabt. In Thüringen und Sachsen-Anhalt seien die Ernten in einigen Landkreisen nachhaltig durch hohen Mäusebefall geschädigt.

Die niedrige Ernte 2007 werde für die Landwirte durch die deutlich gestiegenen Preise umsatzmäßig kompensiert. Gegenüber dem Vorjahr seien die Preise für alle Getreidearten deutlich gestiegen, während die Preise für Raps einer solch deutlichen Entwicklung nicht hätten folgen konnten. (pd)

Weitere Details zur Erntebilanz des Deutschen Bauernverbandes erfahren Sie aus dem Interview mit DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born:

Video: Erntebilanz 2007 des DBV 1/2

Video: Erntebilanz 2007 des DBV 2/2 

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Keywords Bauernverband | Ernte | Ernte 2007 | Erntebilanz | Getreide | Raps
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