Mittwoch, 23.05.2012
Konjunkturbarometer Agrar tendiert leicht nach unten
Berlin - Die durchweg gute Stimmung der deutschen Landwirtschaft hat sich im dritten Quartal 2011 etwas abgekühlt.
Risikomanagement-Instrumente anstatt Direktzahlungen.
© Thorben Wengert/pixelio
Das zeigen die neuesten Daten des Konjunktur- und Investitionsbarometers Agrar, die DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born vorgestellt hat. Der Konjunkturindex, der die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Landwirte zusammenfasst, tendierte im September leicht nach unten. Das Konjunkturbarometer weist einen Wert von 31,9 aus, nach 33,5 im Juni und 36,2 im März.
Investitionsbereitschaft nahezu unverändert
Konjunkturbarometer Agrar tendiert leicht nach unten
Ursachen
für den leichten Rückgang sind nach Einschätzung von Born die extrem
schlechten Ernteergebnisse bei Getreide und Raps, gepaart mit
steigenden Kosten für Düngemittel und Energie. Aber auch die
wirtschaftlich schwierige Situation am Schweinemarkt sowie die
Diskussionen um die künftige Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik
verunsicherten die Landwirte, so der DBV-Generalsekretär. Umgekehrt
wirkten die feste Entwicklung der Rinder- und Milchpreise sowie die
zuletzt leicht rückläufigen Futtermittelpreise positiv auf die Stimmung
der Landwirte. „Mittlerweile sind die Milchviehbetriebe aus einem
tiefen Tal kommend an die Spitze der Zufriedenheit gerückt, Ackerbauern
und Tierhalter liegen deutlich darunter“, fasste Born zusammen.
Nach DBV-Angaben ist die Investitionsbereitschaft trotz der
leichten Stimmungseintrübung im Jahresvergleich nahezu unverändert.
Immerhin 39 Prozent der befragten Betriebe wollten in den kommenden
sechs Monaten investieren, verglichen mit 40 Prozent ein Jahr zuvor.
Zwar planten zahlenmäßig mehr Landwirte in den kommenden Monaten
Investitionen. Dies führe aber nicht zwangsläufig zu höheren
Gesamtinvestitionen. So liege das für das nächste halbe Jahr
beabsichtigte Investitionsvolumen nur noch bei 5,3 Milliaren Euro,
vergleichen mit 7,9 Milliarden Euro vor einem Jahr.
Deutliche Investitionszuwächse bei Maschinen
Konjunkturbarometer Agrar tendiert leicht nach unten
Vor allem bei Investitionen in Technik zur Erzeugung erneuerbarer
Energien sind die Landwirte vorsichtiger geworden, was man beim
DBV auf
die gesunkene Einspeisevergütung und gestiegene Substratpreise
zurückführt. Vom absoluten Niveau her seien Investitionen in
Photovoltaik- und Biogasanlagen mit einem Volumen von 1,9 Milliarden
Euro aber immer noch beachtlich, stellte der
DBV fest. Deutliche
Investitionszuwächse gibt es dagegen bei Maschinen, während
Investitionen in Wirtschaftsgebäude gemessen am Vorjahresniveau
niedriger ausfallen.
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird
vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik
und der Landwirtschaftlichen
Rentenbank in einer repräsentativen
Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Befragungsrunde im 3. Quartal 2011
befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt im September rund
1.000 Landwirte und Lohnunternehmen.
us
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