Frankfurt/Main - Deutsche Bank Chef Josef Ackermann reagiert auf einen kritischen Foodwatch-Bericht: Er wird die Auswirkung von Spekulationsgeschäften seiner Bank auf Agrarrohstoffpreise prüfen lassen.
Die Gespräche schließen auch den Agrarbereich mit ein. Die unterschiedlichen Politik hätten sich inzwischen so stark angenähert, dass eine Übereinkunft als möglich betrachtet wird.
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Das hat Vorstandschef Josef Ackermann in einem Schreiben an die Nichtregierungsorganisation Foodwatch zugesichert. Foodwatch hatte diese Woche in dem Bericht "Die Hungermacher" kritisiert, die Spekulation der Deutschen Bank und anderer internationaler Kreditinstitute mit Agrarprodukten wie Weizen und Mais trieben die Lebensmittelpreise in die Höhe und damit viele Menschen in den Hunger.
Von der Politik forderte die Organisation, den rein spekulativen Handel
mit Rohstoff-Futures zu begrenzen. Institutionelle Anleger sollten vom
Rohstoffgeschäft ausgeschlossen werden.
Ackermann: Werden notfalls Konsequenzen ziehen
Laut Foodwatch löste der Bericht innerhalb eines Tages eine Flut von
mehr als 10.000 Protest-Mails gegen die Deutsche Bank aus. Daraufhin
habe Ackermann persönlich an Foodwatch geschrieben: "Ich teile Ihre
Betrübnis darüber, dass viele Menschen auf der Welt immer noch in Armut
leben und Hunger leiden müssen. Die Deutsche Bank wird Ihren Bericht zu
den Auswirkungen des Rohstoffhandels daher gründlich prüfen. Sollten
sich ausreichende Belege dafür finden, dass diesbezügliche Aktivitäten
der Bank die von Ihnen beschriebenen Auswirkungen haben könnten, werden
wir die entsprechenden Konsequenzen ziehen."
Kein Geschäft sei es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel
zu setzen, so Ackermann.
Foodwatch: Deutsche Bank sorgt sich mehr ums eigene Image als über den Hunger
Für Foodwatch zeigt das Schreiben, dass diese
Bank mehr um ihr Image besorgt sei als um das Leben und Leiden der
Menschen in den ärmsten Ländern der Welt. Dennoch bewertete die
Organisation die Ankündigung zur Überprüfung der Geschäftspraxis
positiv. Der Verband will darauf drängen, dass die Bank in der
Konsequenz tatsächlich aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln
aussteigt.
Auch in den USA steht der Handel mit Agrarrohstoffen in der Kritik. Um Spekulationen damit zu beschränken, hat die Börsenaufsicht
CFTC eine entsprechende Richtlinie verabschiedet. Sie sieht unter
anderem Handelsregulierungen für Getreide vor. zum Artikel ...