Nichts ist so unberechenbar wie das Wetter, aber kaum etwas wirkt sich direkter auf den landwirtschaftlichen Erfolg aus. Etwa 80 Prozent der Ertragsschwankungen lassen sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) durch die Dynamik des Wetters erklären.
Deshalb versucht der DWD es eben doch mit der Berechnung und erzielt großen Erfolg. Die Arbeit der Abteilung Agrarmeteorologie des DWD in Braunschweig ist getrennt in die Bereiche Forschung und Entwicklung und Beratung. Sie versorgt, unterteilt in 15 Regionen, die Landwirte in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit aktuellen Wetterprognosen. Für die übrigen Regionen Deutschlands gibt es Beratungsstationen in Leipzig, Geisenheim und Weihenstephan.
Ein Großrechner in Offenbach sammelt und verarbeitet Daten von weltweit unzähligen Wetterstationen. Karten über Druck- oder Niederschlagszonen geben Aufschluss über die Wetterentwicklung und werden für den Norddeutschen Raum in Braunschweig speziell für die Landwirtschaft aufbereitet.
Eigener Versuchsanbau unter dem Bürofenster
Neben den allgemeinen Wetterdaten trägt der eigene Versuchanbau des agrarmeteorologischen Wetterdienstes zum Agrarwetterbericht bei. „Hier werden die in der Region üblichen Feldfrüchte auf bis zu 18 Parzellen angebaut", erklärt der agrarmeteorologische Berater Jens Fildebrandt den „Fleckenteppich" unter seinem Bürofenster. Messungen der Feuchte und Temperatur in unterschiedlichen Tiefen und Böden und im Pflanzenbestand sowie der Blattbenetzungsdauer unter praxisähnlichen Bedingungen sind so möglich.
Insgesamt werden über 200 Parameter gesammelt und in das Software-Prognosemodell AMBER (AgrarMeteorologische BERatung) eingearbeitet. Es entsteht eine Vorhersage, die als gute Entscheidungshilfe in der Landwirtschaft dient. „Das Programm AMBER erstellt nicht nur eine Vorhersage für die gängigen Wetterdaten Temperatur, Niederschlag und Windrichtung. Es werden außerdem Daten wie Bodentemperatur, Verdunstung, Befahrbarkeit und Abdrift vorhergesagt" erläutert Fildebrandt den landwirtschaftlichen Bezug. Das Modell errechnet zum Beispiel eine Prognose für Ammoniakverluste, Kornfeuchte oder anhand der Blattbenetzungsdauer den Befall mit Gelb- und Braunrost oder Mehltau. „Der Jahreszeit entsprechend werden die Daten für wichtige landwirtschaftliche Feldfrüchte angegeben. Derzeit sind das für Raps beispielsweise die Flugintensität des Kohltriebrüsslers, des Kohlschotenrüsslers und des Rapsglanzkäfers und für Kartoffeln die Bodentemperaturen unter Folie", weist Fildebrandt auf die Aktualität der Prognosen hin.
Das Besondere am Service des DWD im Vergleich zu kostenlosen Angeboten ist die persönliche Bearbeitung der automatisch ermittelten Vorhersagen. Die aus dem Modell gewonnen Daten werden von den Mitarbeitern überarbeitet und auf ihre Relevanz für die Landwirtschaft geprüft. Fildebrandt bestätigt: „Solange das
Wetter nicht zu wechselhaft ist, stimmen unsere
Wetterprognosen der nächsten zwei Tage für die Landwirtschaft zu etwa 90 Prozent!"
Von der guten Arbeit des DWD können vor allem diejenigen profitieren, die über die Landvolk Dienste GmbH das Wetterfax abonniert haben. Dies wird von April bis Oktober täglich außer Samstags und in den anderen Monaten Montags, Mittwochs und Freitags aktualisiert und kann per Fax, e-Mail oder online bezogen werden. Auf einer Seite ist hier die aktuelle Wetterentwicklung zusammengefasst. Es beinhaltet eine tabellarische, sechstägige Prognose zur Temperaturentwicklung, Sonnenscheindauer, Niederschläge, Verdunstung und Bodentemperaturen sowie Angaben zu möglichen Schaderregern. Die Sicherheit der Vorhersage und ein kurzer Text über die derzeitigen Entwicklungen auf dem Acker sind ebenfalls enthalten. Abonnenten bekommen beim DWD außerdem telefonisch exklusive Informationen über die aktuelle Wetterlage in ihrer Region. Die agrarmeteorologischen Berater stehen dem Kunden hier gern zur Verfügung.
Die Aussagen des DWD sind verbindlich und Wetterfax-Abonnenten können sich bei Konflikten auf die Prognosen berufen. Informationen über das Wetterfax bekommen sie beim Landvolk Niedersachsen, Wolfgang Arens unter der Nummer: 0511 36704-60 oder auf der Homepage www.landvolk.net.Mehr über den Service des DWD erhalten Sie auf dessen Homepage
www.dwd.de.
Wetterfax vom Landvolk jetzt kostenlos testen
Leser der Land&Forst können das Wetterfax für die Landwirtschaft in Niedersachsen bis zum 30. April ohne Abo-Vertrag testen, im Internet unter www.landvolk.net im Bereich Mitgliederservice/Wetterfax, Abo-Nummer: W-10061 Passwort: Schnupperfax. Mit dem eigenen Faxgerät per Abruf unter der Nummer 0511 3670479 600x, wobei das x durch eine der Ziffern 1 bis 6 für die 6 Vorhersageregionen ersetzt werden muss:
1 = Küstenregion, 2 = Westliches Niedersachsen, 3 = Lüneburg West, 4 = Lüneburg Ost, 5 = Hannover-Braunschweig, 6 = Weser-Leine-Bergland.