Mittwoch, 23.05.2012
Zukunft des Pflanzenbaus aktiv gestalten
In den nächsten drei Jahrzehnten müsse die weltweite pflanzliche Erzeugung verdoppelt werden, um die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können. Die große Herausforderung unserer Zeit bestehe darin, diese Entwicklung gleichermaßen ökonomisch, ökologisch und sozial zu gestalten. Das war die zentrale Botschaft der Fachtagung "Acker- und
Pflanzenbau - Zukunft und Grundlage der Wertschöpfung in der Landwirtschaft", die am Montag und Dienstag vergangener Woche in Soest stattfand. In vielfältigen Beiträgen wurde auf der Veranstaltung deutlich, dass ein radikales Umdenken sowie eine ideologiefreie und innovationsoffene Diskussion notwendig sind, um bereits in Kürze weltweit 8 bis 9 Milliarden Menschen nicht nur zu ernähren, sondern ihnen auch in einem gewissen Umfang Bioenergie und Rohstoffe zur stofflichen Nutzung zur Verfügung zu stellen. Über 30 in- und ausländische Referenten, die alle in hochaktuellen und anwendungsbezogenen Forschungsvorhaben aktiv sind, präsentierten dazu auf der Tagung den derzeitigen Stand des Wissens und zukünftige Entwicklungsoptionen zu den wichtigsten Sachfragen des modernen Pflanzenbaus.
Geleitet wurde die Veranstaltung, die vom Fachbereich Agrarwirtschaft Soest der Fachhochschule Südwestfalen gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde, von Prof. Norbert Lütke Entrup und Prof. Bernhard C. Schäfer . Beteiligt waren auch das Bundeslandwirtschaftsministerium, das Düsseldorfer Agrarressort, das Deutsche Maiskomitee (DMK), die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) sowie die Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (GKB). Der Düsseldorfer Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg hob hervor, dass sich auch die Politik der Herausforderung der Zukunft stelle und eng mit der Wissenschaft kooperiere. Uhlenberg umriss in wenigen klaren Worten seine Sicht einer wettbewerbsfähigen und dennoch umweltgerechten Landwirtschaft. Der hohe Verlust an landwirtschaftlichen Flächen und der in weiten Teilen schlechte ökologische Zustand der Gewässer in Nordrhein-Westfalen seien zwei zentrale Probleme, die von der Landesregierung aktiv angegangen würden. Insgesamt sei die einheimische Landwirtschaft jedoch gut für die Zukunft aufgestellt und werde auch zukünftig zu den Gewinnern der Globalisierung gehören.
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