Mittwoch, 23.05.2012
Umfrage: Futtermittelhersteller panschten gezielt
München - Bei unserer Dioxin-Umfrage meinten 63 Prozent der Teilnehmer, die Futtermittelhersteller panschten gezielt verunreinigte Futtermittlel zusammen, um ihre Gewinne zu maximieren.
Nächsten Mittwoch endet die Frist, um Schadensersatzansprüche gegen Harles und Jentzsch zu stellen.
© landpixel.de
Unsere Umfrage "Dioxin in Futtermitteln: Einzelfall oder panschen mit System" fand bei unseren Usern reges Interesse. In 24 Tagen beteiligten sich knapp 650 Teilnehmer. Fazit: 63 Prozent sind der Meinung, dass es sich bei den Futtermittelfirmen um gezieltes Panschen handelte. Weitere 21 Prozent denken, dass es zu solchen kriminellen Handlungen wohl öfter kommen wird und 16 Prozent gehen von einem Einzelfall aus.
Grundsätzliches Brachenproblem
Bei Landlive fand ebenfalls eine lebhafte Diskussion zum Thema statt. Dass die Landwirte durch den Dioxinskandal viel stärker in der Krise stecken als die verantwortlichen Firmen war ein zentraler Punkt im Forum: "Was mich an der ganzen Geschichte stört ist, dass die Kosten über Versicherungen auf die Landwirtschaft abgewältzt werden sollen. Keine Versicherung trägt das Risiko zum Nulltarif. Vorsätzliches Vergiften von Futtermitteln darf ein Strafmaß von 15 Jahren keinesfalls unterschreiten“, lautet eine Meinung zum Umgang mit den Firmen. Das Problem seien nicht die einzelnen Firmen, es sei grundsätzlich ein Branchenproblem. "Man braucht sich nur mal vor Augen führen, wie die Landwirtschaft bei QS geprüft wird und wie es bei den Futtermittelfirmen ist. Wir Landwirte sind deutlich mehr in der Krise als diese Firmen," war die Meinung von User Notill.
Luisa schrieb dazu: "Ich finde das man die Schuld erstmal bei den Firmen suchen sollte und bei den Untersuchungslaboren die das eindeutig zu lange wussten und verschwiegen haben. Hätten die, so wie es hätte sein sollen, sofort ausgepackt wäre das nicht so ein Skandal geworden."
Kritik am Verbraucherverhalten
Die Diskussionsteilnehmer forderten eine Ordnung, in denen sich alle Teilnehmer an der Produktionskette ihrer Verantwortung bewusst sind und nicht entziehen können. Kritik gab es auch beim Verbraucherverhalten "Leider wissen die wenigsten, wie der Futteralltag für die zumeist in Deutschland erhältlichen tierischen Produkte ausschaut.: Offensichtlich muss es solche Skandale und Krisen geben,um dem Menschen einmal vor Augen zu führen, dass er zu wenig für Lebensmittel ausgibt," lautet einer der Kommentare. (bem)
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