Oldenburg - Hat Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke das Dienstgeheimnis verletzt und dadurch einen Futtermittelhersteller vor der Durchsuchung seines Betriebes gewarnt?
Friedrich-Otto Ripke ist davon überzeugt, richtig gehandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat indes Anklage erhoben.
© Werkbild
Im Skandal um Dioxin in Futtermitteln hat die
Staatsanwaltschaft Oldenburg Anklage gegen den Staatssekretär im
niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Friedrich-Otto Ripke,
erhoben.
Im Kern geht es um die Frage, ob ein Futtermittelhersteller im vergangenen Jahr durch eine
Pressemitteilung des Ministeriums vor einer Durchsuchung seines
Betriebes gewarnt wurde.
Staatssekretär Ripke und einem ehemaligen Pressesprecher werden
die Verletzung des Dienstgeheimnisses beziehungsweise Anstiftung dazu
vorgeworfen, teilte Staatsanwältin Kathrin Schmelzer mit.
Die beiden Ministeriumsmitarbeiter sollen gewusst haben, dass sie
mit der Veröffentlichung den Durchsuchungserfolg bei dem Unternehmen
gefährden könnten. Die Ermittler fanden dort dann später auch keine
Proben aus dem fraglichen Zeitraum mehr, obwohl diese hätten
aufbewahrt werden müssen.
Staatssekretär Ripke sagte in Hannover, er hoffe, dass das
Landgericht das Verfahren einstellen werde. Er betonte, er habe sich
nichts vorzuwerfen. Er habe am Abend des 14. Januar 2011 die
Staatsanwaltschaft per E-Mail über den fraglichen Betrieb in Kenntnis
gesetzt. Am Folgetag um 12.30 Uhr habe er dann die Öffentlichkeit
informiert, weil von dem Betrieb auch Direktvermarkter von Eiern
beliefert wurden. "Ich war davon ausgegangen, dass die Durchsuchung
da schon stattgefunden hatte", sagte der 58-Jährige.
Tausende Betriebe gesperrt
Ministeriumssprecherin Natascha Manski sagte, der genaue Inhalt
der Anklage liege noch nicht vor. Nach dem bisherigen Wissensstand
teile der Minister die Auffassung, dass sein Ministerium
rechtskonform gehandelt habe.
In Zuge des Dioxinskandals waren mehrere tausend Betriebe gesperrt
worden, weil ein Futtermittelbetrieb in Schleswig-Holstein gepanschte
und mit Dioxin verseuchte technische Fette verarbeitet hatte.
Der Dioxinskandal hat sich auf den
Eier- und Fleischkonsum ausgewirkt. agrarheute.com sprach im Januar dazu
mit Margit Beck von der Marktinformationa Eier & Geflügel (MEG).
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Landwirtschaftsministerin Ilse
Aigner kündigte Anfang des vergangenen Jahres an, dass der Dioxin-Skandal Konsequenzen haben müsse: