Wir fragten drei Landwirte, welche Erfahrungen sie mit Mulch- und Direktsaat haben und wo die Grenzen für diese Verfahren liegen.
Welche Erfahrungen Landwirte mit Mulch- und Direktsaat haben, wollte agrarheute.com von drei Praktikern wissen.
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Direktsaat mit Scheibensämaschine ohne Bodenbearbeitung
Lothar Stein,Hof Stein, Kerspenhausen, 36272 Niederaula
Hessen
Ich setze seit 20 Jahren auf konservierende Bodenbearbeitung und habe hier im Mittelgebirge sehr positive Erfahrungen damit gemacht. Ich bin auch Mitglied der der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung. Die zunehmenden Wetterextreme wie Starkniederschläge mit Erosionsgefahr sind für mich erst recht ein Grund für die Direktsaat. Ich verwende eine irische Direktsaatmaschine, es ist eine Scheibensämaschine ohne weitere Vorwerkzeuge zur Bodenbearbeitung. Diese wird als Saatbettbereitung vorher mit der Scheibenegge oder dem Kurzgrubber mit Walze gemacht. Damit bringe ich das Ausfallgetreide und die Ungräser, vor allem den Ackerfuchsschwanz zum Keimen und Auflaufen. Diese werden dann mit einer geringen Menge Glyphosat (1,0 l) abgespritzt. Der Häcksel muss sehr fein vermischt und flach eingearbeitet werden, ein bildliches Sprichwort sagt, "damit der Adler zum Schnecken und Mäuse fangen landen kann, sonst sticht er sich an den Stoppeln die Augen". Die Bodenverhältnisse zur Saat müssen trocken sein.
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Motivation zunächst Reduzierung der Arbeitsgänge, heute Mulchsaat
Wolfgang Ruch, Hof Rimmerode, 36277 Schenklengsfeld
Hessen
Auf unserem Betrieb werden seit etwa 30 Jahren Erfahrungen mit der reduzierten Bodenbearbeitung gesammelt. Der ursprüngliche Beweggrund war eine Reduzierung der Arbeitsgänge zur Bodenbearbeitung auf den ausgesprochen tonigen Böden. Anfangs wurde auf die vorhandene Technik Grubber und Kreiselegge zurückgegriffen bevor dann Mitte der 1990er Jahre die erste spezielle Zinkenscharmaschine angeschafft wurde, die auch für die reine Direktsaat ausgelegt war. Heute wird in einer ausschließlichen Wintergetreide/Raps Fruchtfolge keine reine Direktsaat, sondern eine Mulchsaat durchgeführt. Nach Raps genügt meist eine einmalige Bodenbearbeitung mit dem Bomford Dyna Drive vor der Saat. Nach Getreidevorfrucht wird üblicherweise ein oder zweimal der Grubber eingesetzt, zu Raps auch durchaus bis 15 Zentimeter tief. Für unsere schweren und teilweise auch steinigen Böden brachte die Mulchsaat nicht nur die erhofften arbeitswirtschaftlichen Vorteile, sondern führte auch zu einer deutlich verbesserten Bodengare, wodurch eine ordnungsgemäße Saatbettbereitung viel leichter wurde und die Erträge langfristig stabiler werden ließ.
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Mulchsaat auf dem Betrieb bewährt
Christian Hartje, Betriebsgemeinschaft Grebenstein, 34393 Grebenstein
Hessen
Ich sehe die Mulchsaat grundsätzlich positiv, sie ist bodenschonend, erosionsmindernd, arbeitszeitsparend, schneller und termingerechter in den Spitzenzeiten. Außerdem hilft sie bei der Nematodenbekämpfung. Die Bodenart ist dabei eigentlich egal. Wir praktizieren Mulchsaat in der Regel zu Winterraps nach Getreide, Getreide nach Winterraps, Winterroggen nach Winterroggen, Winterweizen nach
Zuckerrüben und
Zuckerrüben in Senfmulch, haben aber trotzdem noch einen Pflug für Wintergerste nach Getreide.
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