Mittwoch, 23.05.2012
Direktzahlungen 2010 vorschriftsmäßig verwendet
Brüssel - Die Direktbeihilfen sind im EU-Haushaltsjahr 2010 ohne wesentliche Unregelmäßigkeiten an die Landwirte ausgezahlt worden.
Für die letzten beiden Jahre der laufenden Förderperiode steht weniger Geld zur Verfügung. Deswegen hat das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium jetzt Korrekturen durchgeführt.
© Mühlhausen/landpixel
Zu diesem Schluss gelangt der Europäische Rechnungshof in seinem neuen Jahresbericht, der am vergangenen Donnerstag in Brüssel vorgestellt wurde. Problematisch bleibt jedoch weiterhin die Verwendung der Mittel für die ländliche Entwicklung. Dort waren mehr als die Hälfte der stichprobenartig geprüften Transaktionen fehlerbehaftet, insbesondere aufgrund überhöhter Flächenangaben durch die Begünstigten.
Schwachstellen bei den Flächenvermessungen wurden insbesondere in Bulgarien, Tschechien, Griechenland, den Niederlanden und Rumänien gefunden. Der Rechnungshof empfiehlt für die Zukunft insbesondere die verpflichtende Verwendung von Luftbildern mit einheitlichem Maßstab und die Aktualisierung dieser Bilder im Flächenidentifizierungssystem. Ferner werden bessere Vor-Ort-Kontrollen und eine angemessene Berichterstattung angemahnt.
Umstrukturierungshilfen für Zucker wurden bemängelt
Als ebenfalls nur "bedingt wirksam" wurden ferner die
Kontrollen von Umstrukturierungsbeihilfen für die Zuckerindustrie
bewertet. Für Frankreich wird das Beispiel angeführt, dass ein
zuckererzeugendes Unternehmen für die Aufgabe von Produktionsrechten in
Höhe von 93 500 t entschädigt worden sei. Das Unternehmen habe jedoch
erst kurz vor Beantragung der Beihilfe die Bewilligung für eine
entsprechende Kapazitätsaufstockung verlangt und erhalten. Die
tatsächliche Erzeugung der Anlage habe zu keiner Zeit 60 000 t Zucker
überschritten, so der Rechnungshof.
Strukturfonds weist deutlich höhere Fehlerquote auf
Insgesamt lag die Fehlerquote im Bereich Landwirtschaft und
ländliche Entwicklung bei 2,3 %. Dieser Wert bewegt sich auf dem Niveau
der vergangenen Jahre. Bei den Kohäsions- und Strukturfonds war die
Fehlerquote mit 7,7 % deutlich höher. Die Gesamtfehlerquote über alle
Ausgaben hinweg betrug 3,7 %. Der für Steuern, Zollunion, Audit und
Betrugsbekämpfung zuständige EU-Kommissar Algirdas Semeta begrüßte den
Bericht des Rechnungshofs. Damit werde bestätigt, dass die EU auf dem
richtigen Weg sei, "obwohl dies natürlich nicht bedeutet, dass wir in
unserem Bemühen um den Schutz des EU-Haushalts nachlassen werden."
AgE
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