dlz-Aktuell Backhaus stoppt Stallbau-Förderung

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Mecklenburg-Vorpommern überarbeitet die Förderkriterien für Stallbauten. Bis Mitte 2012, wenn die neuen Anforderungen vorliegen sollen, genehmigt das Land vorerst keine neuen Förderanträge. [[mehr]] Ausgenommen davon sind Investitionen in Milchviehbetrieben und im Öko-Bereich.

Schärfere Auflagen für große Tierhaltungsanlagen

Landwirtschaftsminister Till Backhaus will die Unterstützung stärker an der Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes und der Keimbelastung sowie der Umweltverträglichkeit ausrichten. „Die Haltungsbedingungen für landwirtschaftliche Nutztiere sind so zu gestalten, dass in der Konsequenz Eingriffe an Tieren möglichst überflüssig sind“, forderte der Minister. Er will auch auf Bundesebene für schärfere Auflagen für die Genehmigung von großen Tierhaltungsanlagen kämpfen.

Noch in der vergangenen Woche hatte der Minister erklärt, „in einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern mit dem bundesweit geringsten Viehbesatz gibt es reichlich Potenzial für Tierhaltungsanlagen“. Rund 96 Millionen Euro wandte das Land seit 2007 im Rahmen des Agrarinvestitionsförderungsprogrammes (AFP) auf. Dabei lag die Milchviehhaltung mit 34 Millionen Euro vor den Geflügelbetrieben mit 20 Millionen Euro an der Spitze.

Konzept zur Minderung der Nährstoffebelastung

In seiner Jahresabschluss-Pressekonferenz stellte Backhaus gestern fest, diffuse Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft belasteten die Oberflächengewässer und das Grundwasser sowie die Meeresumwelt. Der Minister legte ein Konzept zur Minderung der Nährstoffbelastung vor. Für die Umsetzung des Konzeptes stehen bis 2014 rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Schwerpunkte sind die Ermittlung von Grundlagen zum Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie landwirtschaftliche Forschung, Demonstrationsvorhaben und Beratung. Mittelfristig soll ein Gremium aus Experten einen „Masterplan“ für die Land- und Ernährungswirtschaft entwickeln. Dieser Plan soll darlegen, wie ein Landwirtschaftsbetrieb aussehen muss, der wirtschaftlich erfolgreich sein kann und zugleich den gewachsenen Ansprüchen an Klima- und Umweltschutz entspricht und dessen Leistung von der Gesellschaft akzeptiert wird.
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