Aktionen Meschede holt den Weizen-Junior-Cup!

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Die Teilnehmer des Weizen-Junior-Cups 2016 aus Schweinfurt und Meschede © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin Bild vergrößern
Dreißigmal geballte Jungbauernpower: Links im Bild die Sauerländer, rechts die Junglandwirte aus Unterfranken.
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Das Finale war an Spannung kaum zu überbieten: Bis zuletzt hat niemand eine Prognose gewagt. Jetzt steht der Gewinner fest: Das Team aus Meschede hatte dank höherer Erträge die Nase vorn.

Das Team Meschede vom Weizen-Junior-Cup 2016 © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin Bild vergrößern
Das Team Meschede holt den Cup ins Sauerland.

Die Junglandwirte aus Schweinfurt und aus Meschede brauchten in den letzten Wochen starke Nerven. Niemand konnte absehen, wer am Ende den dlz-Anbauwettbewerb gewinnen würde. Als am 8. August der Parzellenmähdrescher anrückte, standen die Erträge zwar relativ schnell fest: Das Team aus dem Sauerland lag in allen drei Sorten vor den Unterfranken. Aber die Erträge sind halt nur die halbe Wahrheit auf dem Weg zum Deckungsbeitrag. Erst nach der Qualitätsanalyse im Labor konnte die BayWa in Haßfurt ein Angebot abgeben. Auf dieser Basis ließ sich der Deckungsbeitrag bestimmen. Hier hat sich das Ergebnis bestätigt: Der Weizen-Junior-Cup geht in diesem Jahr nach Meschede.

Beide Teams haben den Anbauwettbewerb intensiv beackert. Im Pflanzenbau-unterricht war er während der gesamten Saison fester Bestandteil. Die jungen Praktiker aus dem Sauerland sind sogar fast wöchentlich ins unterfränkische Haßfurt gefahren, um ihre Bestände zu bonitieren. Diese besondere Zuwendung hat sich am Ende ausgezahlt.

Ihre Strategien haben die Mescheder individuell an die drei Sorten angepasst und immer wieder nachjustiert: Den Stickstoff(N)-Tester hatten sie jedes Mal im Gepäck, um den Bedarf zu messen und die Düngung punktgenau zu steuern. Der Harnstoff brachte ihnen deutliche Vorteile: Er war im nassen Frühjahr weniger auswaschungsgefährdet und zudem günstiger als die KAS-Düngergaben der Schweinfurter.

Beim Pflanzenschutz war dieses Jahr besondere Aufmerksamkeit gefordert. Der Unkrautdruck blieb zwar relativ gering. Dafür erforderten die andauernden Niederschläge ab Mai schnelles Handeln mit hoher Fungizidintensität. Der viele Regen war für das Trockengebiet in Nordbayern eher untypisch. Mit solchen Verhältnissen kennen sich die Sauerländer aus; das hat ihnen offenbar zugespielt.

Neben der Pflichtsorte RGT Reform hatten sich beide Klassen für die gleichen Wahlsorten entschieden: den begrannten Boregar und den Korndichtetyp Rebell.

Die Strategien im Vergleich

Die Ergebnisse des Weizen-Junior-Cups 2016 im Überblick © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin Bild vergrößern

RGT Reform: Der A-Weizen zeigte in beiden Fällen eine langsame Jugendentwicklung. Meschede konnte mit dieser Sorte am Schluss den höchsten Ertrag einfahren (101 dt/ha, Schweinfurt 86 dt/ha), allerdings bei etwas reduzierter Qualität. Der höhere Proteingehalt brachte den Unterfranken einen besseren Basispreis, mit Abzügen wegen zu niedrigen Hektolitergewichts. Im Erlös lag das Team Meschede trotzdem 155 Euro/ha vor Schweinfurt. Die höhere Intensität im Pflanzenschutz mit dreimaligem Fungizideinsatz und der teuren Latitude-Spezialbeize hat sich für die Sauerländer gelohnt, trotz mehr Überfahrten. Im Deckungsbeitrag stehen 472 gegen 352 Euro/ha.

Boregar: Der Grannenweizen blieb in beiden Fällen anfangs zurück, brachte auch jeweils den geringsten Ertrag mit 84 dt/ha für Meschede und 78 dt/ha für Schweinfurt. „Eine Ursache könnte stärkerer Ausfall durch die späte Ernte sein“, vermutet RAGT-Berater Gerhard Banzer. Größter Knackpunkt für die Unterfranken war auch hier die Qualität. Der Proteingehalt hätte zwar mit 13,7 Prozent gepasst aber, der Handel kanzelte ihn als Futterweizen ab. 72 kg/hl reichten nicht aus und führten zu 200 Euro weniger Erlös. Ein zu großer Abstand im Fungizidschutz könnte die Einlagerung behindert haben. Weniger Stickstoff mit einem stabilisierten Dünger ersparte dem Team Meschede im Vergleich fast 70 kg N oder gut 55 Euro pro Hekter. Unter dem Strich blieben den Sauerländern beim Deckungsbeitrag 354 Euro/ha, den Schweinfurtern enttäuschende 125 Euro/ha.

Rebell: Die Sorte entwickelte sich im Frühjahr besonders schnell. Ertraglich und qualitativ spielte sie in einer Liga mit RGT Reform und brachte beiden Teams den höchsten Deckungsbeitrag. Meschede erzielte mit dieser Sorte sogar den höchsten Erzeugerpreis von 13,20 Euro/dt. Die 150 Euro/ha Mehrerlös erreichten sie mit annähernd den gleichen Betriebsmittelkosten wie die Konkurrenten. Am Schluss blieb ein deutlicher Vorteil im Deckungsbeitrag: 509 Euro/ha für Meschede und nur 370 Euro/ha für Schweinfurt.

Damit lag das Team Meschede um ­Schülersprecher Lukas Busemann bei allen drei Sorten vorn, trotz Verdünnungs­effekten beim Protein. Im Schnitt blieben ihnen 163 Euro/ha mehr Gewinn. Die vielen Fahrten nach Unterfranken haben sich also gelohnt. Die dlz-Redaktion, Claas und RAGT sagen herzlichen Glückwunsch und wünschen viel Freude bei der Studienreise!

Die festliche Preisübergabe des Weizen-Junior-Cups findet auf der EuroTier in Hannover statt: Am Donnerstag, 17. November ab 18:30 Uhr, Halle 11 auf der Bühne des „TopTierTreffs“. Alle dlz-Leser sind herzlich eingeladen!

 

Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Oktober 2016 erschienen (PDF-Download unten).

Top informiert im dlz agrarmagazin

Im dlz agrarmagazin berichten wir regelmäßig über den Cup, die Schulklassen und deren Strategien. Die Beiträge können Sie sich kostenlos als PDFs herunterladen.

NEU!! >> dlz 10/2016: "Sie kamen, säten und siegten" (Ergebnisse mit allen Tabellen und Strategien, PDF, 784 kB)

>> dlz 6/2016: "Zieleinlauf in Unterfranken" (PDF, 3,1 MB)

>> dlz 5/2016: "Rebell gibt Gas" (PDF, 1,7 MB)

>> dlz 3/2016: "Späte Saat hat sich gelohnt" (PDF, 470 kB)

>> dlz next 1/2016: "Duell auf dem Weizenfeld" (PDF, 280 kB)

>> dlz 11/2015: "Start in die neue Cup-Runde" (PDF, 740 kB)

>> dlz 8/2015: "Holt Euch den Pokal!" (PDF, 2,2 MB)

 
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Der nächste Weizen-Junior-Cup startet im Herbst 2017. Jetzt schon bewerben? Na klar! Mail an klaus.strotmann@dlv.de

Und darum geht es

Seit 1998 ist er eine feste Größe: Der Nachwuchs-Anbauwettbewerb von dlz agrarmagazin und Claas. Zu den Feldtagen 2016 im unterfränkischen Mariaburghausen luden wir zur zehnten Ausgabe des Weizen-Junior-Cups. Die Teilnehmer der ersten Stunde sitzen längst als Betriebsleiter fest im Sattel. Was allen Teams in der Geschichte des Cups geblieben ist: Die Erfahrung zählt!

Denn der Anbauvergleich bietet die einmalige Chance, auf fremdem Boden, unter ungewohnten Bedingungen und aus der Ferne Weizenbestände zum optimalen Ertrag zu führen. Alles ist möglich und die schlauere Strategie gewinnt.

Bei Cup 2016 waren dabei:

>> Team Meschede aus dem Sauerland: Die zweite Klasse der zweijährigen Fachschule – die Höhere Landbauschule – besuchen dieses Jahr zwölf Schülerinnen und Schüler, Fachlehrer ist Hans-Friedrich Bräutigam.

>> Team Schweinfurt aus Unterfranken: Aus der Winterschule haben sich gleich zwei Schulklassen zusammengetan, um das gesammelte Fachwissen aufzubieten. So treten das erste und das dritte Semester der Winterschule als ein Team an. Fachlehrer Joachim Dömling hält die 35 jungen Leute zusammen.

Der Cup findet alle zwei Jahre auf dem Gelände der DLG-Feldtage statt. Partner aus der Züchtung ist in der Saison 2015/16 RAGT Saaten aus dem ostwestfälischen Hiddenhausen.

Wie es die Teams schaffen, den höchsten Deckungsbeitrag zu erwirtschaften, lesen Sie regelmäßig im dlz agrarmagazin und auf unserer Facebook-Seite www.facebook.com/weizenjuniorcup. Hier finden Sie viele Fotos und aktuelle Informationen von den Versuchsparzellen in Mariaburghausen.

 

Der Wettbewerb:

Jedes Team baut drei Weizensorten an - eine geben wir vor, zwei sollen Sie auswählen. Dann heißt es "Feuer frei". Die Teilnehmer entscheiden aus der Ferne selbst, welche Strategien sie fahren. Dabei ist Fachwissen gefragt, und manchmal ein bißchen Glück. Laufend stehen Entscheidungen an - angefangen von der Saatstärke, über die Wahl der richigen Herbize und Dünger und hören erst bei den Fungiziden und Wachstumsreglern auf.
Ziel ist es, zu niedrigsten Kosten beste Erträge und Qualitäten zu erwirtschaften. Am Ende gewinnt der höhere Deckungsbeitrag im Schnitt der drei Sorten.

Die Sorten:

Unser diesjähriger Partner aus der Züchtung, RAGT Saaten, begleitet den gesamten Anbauvergleich mit seinen Experten. Vor Ort in Mariaburghausen und bei Bedarf auch im Unterricht. Mit dem A-Weizen RGT Reform geben wir eine Pflichtsorte vor; aus fünf weiteren müssen Sie zwei zusätzliche Sorten wählen. Welche das sind, haben wir hier ausführlich zusammengestellt. Alle Informationen zum Weizensortiment von RAGT finden Sie hier.

Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

>> Diese Sorten stehen zur Wahl
>> Homepage RAGT Saaten
>> Homepage Claas
>> Aktuelle Fotos und Infos auf unserer Facebook-Seite
 
>> Brauchen Sie weitere Infos zum Weizen-Junior-Cup? Ihr Kontakt zur dlz-Pflanzenbau-Redaktion: Klaus Strotmann, klaus.strotmann@dlv.de, T. 089/12705-584, Fax: 089/12705-84584.

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