Mittwoch, 23.05.2012
DMK: Start ins erste Geschäftsjahr gelungen
Everswinkel - Deutschlands größtes Molkereiunternehmen, das DMK, kann auf einen erfolgreichen Start in sein erstes Geschäftsjahr blicken. Für die Zukunft ist weiteres Wachstum geplant.
Video: 'Wir wollen Landwirten einen langfristig attraktiven Milchpreis bieten'
Am 8. April 2011 sind die Humana Milchunion und
Nordmilch zu Deutschlands größtem Molkereiunternehmen, dem Deutschen Milchkontor (DMK) verschmolzen. Heute hat das DMK ein erstes Fazit gezogen und Pläne für das laufende Geschäftsjahr vorgelegt. Wie Volkmar Taucher, Geschäftsführer Finanzen, berichtet, ist das Geschäftsjahr gut angelaufen: "Wir liegen voll im Plan und behaupten uns gut im Markt."
Die Auszahlung an die über 11.000 Landwirte ist mit 32,7 Cent je Kilo Milch (Durchschnitt Januar bis April 2011) trotz Fusion stabil geblieben. Der Konzernumsatz liegt bei vier Milliarden Euro, die Rohstoffanlieferung bei 6,8 Milliarden Kilo (inkl. Rohmilch, Magermilch, Konzentrate, etc.).
Fusion war nur ein erster Schritt
Die Fusion zwischen Humana und
Nordmilch soll nur ein erster Schritt gewesen sein. "Wir könnten uns vorstellen, in zwei bis drei Jahren eine Milchmenge in zweistelliger Milliardenhöhe zu verarbeiten", kündigt Josef Schwaiger, Sprecher der Geschäftsführung an.
Um der weiteren Konsolidierung der europäischen Molkereilandschaft gewachsen zu sein, will das Milchkontor seine Rohstoffbasis durch Kooperationen mit starken Partnern, Fusionen und Zukäufen weiter ausbauen.
Neben der Milchmenge setzt das DMK aber auch auf Kooperationen, wie ein kürzlich gegründetes Gemeinschaftsunternehmen zur Molkeverarbeitung und Vermarktung mit dem dänischen Molkereikonzern
Arla zeigt.
Oberstes Ziel: Überdurchschnittlicher Milchpreis
Oberstes Ziel, so das DMK, sei es, die Wertschöpfung zu erhöhen, um für
die über 11.000 genossenschaftlichen Eigentümer einen wettbewerbsfähigen
und überdurchschnittlichen Milchauszahlungspreis zu erzielen.
In Deutschland hat sich das DMK deshalb ein moderates Wachstum zum Ziel gesetzt. Auch innerhalb der EU soll der Marktanteil der weißen Linie, sowie der Verkauf von milchbasierten Inalhaltsstoffen für die Ernährungsindustrie ausgebaut werden. Die Geschäftsfelder Babynahrung, Eis und Gesundheitsprodukte bleiben mit gleicher Intensität bestehen.
Chinesische Niederlassung bis Ende 2011
Kooperationen und Fusionen sind eine Sache, das Deutsche
Milchkontor will aber auch neue Märkte in Drittländern erobern:
"Außerhalb von Europa steigt die Nachfrage nach Milchprodukten, während
sie in Deutschland und Europa stagniert - bei steigender Milchmenge", so
Rolf Janshen, Geschäftsführer Vertrieb. Das internationale Geschäft sei
somit "alternativlos".
Neben bestehenden Exportmärkten wie Russland, wo DMK seit Jahren
insbesondere mit Käse gut im Geschäft ist, sind asiatische Länder
potenzielle Zielmärkte. Erster Schritt ist die Gründung einer
Niederlassung in China bis Ende des Jahres, um den Kontakt zum dortigen
Handel oder anderen Vertriebskanälen zu intensivieren. "Viele der Länder
sind langfristig nicht in der Lage, ihren Bedarf mit eigener
Milchproduktion zu decken. Diese Märkte wollen wir, im Sinne unserer
Milcherzeuger, nicht unseren Wettbewerbn überlassen", so Schwaiger.
DMK: 11.000 Milcherzeuger im Verbund
Der aus der Fusion von Humana Milchindustrie GmbH und Nordmilch GmbH hervorgegangene Molkereiriese "Deutsches Milchkontor GmbH", kurz DMK, hat Anfang Mai 2011 seine operative Tätigkeit aufgenommen. Hinter dem Unternehmen stehen über 11.000 aktive Milcherzeuger mit einer Liefermenge von 6,8 Milliarden Kilo. Die übernommene Rohmilch wird an 24 Standorten mit Hilfe von mehr als 5.500 Mitarbeitern unter anderem zu Produkten wie Milch, Joghurt und Topfen, Käse, milchbasierten Inhaltsstoffen für die Lebensmittelindustrie sowie Babynahrung, Eiscreme und Gesundheitsprodukten verarbeitet. Mit rund vier Milliarden Euro Umsatz gehört das Unternehmen auch europaweit zu den Top Ten der Milchindustrie.
pd/aiz/ez
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