Bei der Aussaat sind hohe Präzision, große Flächenleistung und universeller Einsatz der Maschinen gefragt.
Klassisch oder pneumatisch? Beides hat Vorteile.
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Wie sich die Unternehmen diesen Anforderungen stellen, welche Neuheiten und Trends den Markt beherrschen und wie sich die Umsatzentwicklung darstellt, konnte AGRARTECHNIK von verschiedenen Herstellern erfahren.
Jahrhunderte mussten die Bauern ihr Getreide von Hand aussäen. Erst mit der Mechanisierung der Landwirtschaft breiteten sich Maschinen für diese Arbeit flächendeckend aus. Dabei gehen Funde erster, einfacher Sämaschinen so gar bis in die Zeit vor Christus zurück. In Europa kamen diese erst langsam nach dem Mittelalter auf.
Drillen vs. Pneumatik
Der Vorteil gegenüber der Handaussaat liegt natürlich in der höheren
Flächenleistung. Darüber hinaus sind Tiefenablage und
Verteilgenauigkeit gleichmäßiger, was zu geringerem Vogelfraß und
gleichmäßigem Feldaufgang führt. So lässt sich zusätzlich Saatgut
einsparen.
Die Bezeichnung Drillmaschine leitet sich von den Dosiersystemen ab, bei
denen sich drehende (drillende) Nocken oder Zellenräder die
Zuteilung übernehmen. Dieses mechanische System ist heute noch
üblich.
Allerdings muss es immer stärker mit pneumatischen Ausbringvarianten konkurrieren. Dieses Verfahren, bei dem ein Luftstrom
die Körner nach dem Dosierorgan mitnimmt und in einem Verteilkopf auf
die einzelnen Särohre aufteilt, stellte Accord schon 1966 vor.
Über aktuelle Trends, neue Entwicklungen und die derzeitige Marktlage
lesen Sie im Folgenden.
Pneumatische Systeme nehmen zu
Bei den Drillmaschinen bis drei Meter Arbeitsbreite liegen die
mechanischen Systeme immer noch klar vorne. Nach Angaben von Amazone,
Sulky und Kverneland beträgt der Anteil mechanischer Systeme etwa
zwei Drittel der verkauften Maschinen. Regent geht gar von 80 Prozent
aus. Bei Kuhn überwiegen die mechanischen Drillmaschinen bis zu einer
Arbeitsbreite von vier Meter ebenfalls.
Väderstad hat seine Geräte
bis drei Meter Arbeitsbreite nur in der mechanischen Version im
Angebot. Lemken gibt an, dass in den letzten Jahren die pneumatischen
Systeme stark zugenommen haben und sich mit den mechanischen
Varianten schon die Waage halten.
Für die mechanischen Drillmaschinen sprechen nach Angaben von Agrisem
die einfache Technik und der geringere Preis. Michael Mersmann aus dem
Marketing von Amazone ergänzt dies um die Punkte bewährte Technik und
gute Zugänglichkeit. Alexander Grühl von der Firma Kuhn stellt fest: "Mechanische Anbaudrillmaschinen, die in Kombination oder solo
gefahren werden können, sind ebenfalls noch häufig zu finden,
werden aber immer öfter durch aufgebaute und fest installierte
Drillmaschinen ersetzt."
Europa: Mechanische Sämaschinen überwiegen
Nach Einschätzung von Josef Hirtler von Vogel
& Noot überwiegen am europäischen Markt in Summe klar die mechanischen Sämaschinen. "Vor allem in kleineren bis mittleren
Strukturen in Mittel, Süd und Osteuropa wird die mechanische
Technik nachgefragt. Bei nicht klappbaren Geräten sehen wir die mechanischen Geräte aufgrund der einfacheren und weniger komplexen
Technik im Vorteil."
Auch Pneumatik bietet Vorteile
Horsch bietet ausschließlich pneumatische Drillmaschinen an und
begründet dies mit einer erhöhten Präzision und besseren
Feldaufgängen. Auch bei Köckerling sind nur pneumatische Drillmaschinen im Angebot. Als Vorteil nennt Marketingleiter Stefan Kröger,
dass pneumatische Drillmaschinen auch mit großen Arbeitsbreiten
angeboten werden können. Weiterhin würden sich mit dem pneumatischen
System Vorteile in der Flexibilität bei der Konstruktion von
Drillmaschinen ergeben.
Josef Böcker von der Firma Lemken beschreibt die Vorteile der
pneumatischen Drillmaschinen so: "Sie haben einen großvolumigen
Behälter zentral angeordnet, der das hydraulische Einklappen auf eine
Transportbreite von drei Metern ermöglicht. Auch das Befüllen und
Entleeren der Saatgutbehälter ist bei pneumatischen Drillmaschinen
einfacher und geht schneller. So kommen die pneumatischen
Drillmaschinen vor allem bei größeren Ackerbaubetrieben und Lohnunternehmern zum Einsatz."
Einen weiteren Vorteil sieht LarsWilhelm
Funk von der Firma Agrisem darin, dass sich die Möglichkeit bietet,
pneumatische Fronttanks zu nutzen. Mit diesen lassen sich verschiedene
Saatschienen einsetzen, und das Befüllen und Abdrehen ist einfacher.
Außerdem verteilen sich die Lasten zwischen Front und Heck gleichmäßiger.
Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der AGRARTECHNIK.
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