Donnerstag, 23.02.2012
Landwirte kaufen weniger Mineraldünger
Der Rückgang der globalen Agrar- und Energiepreise schlägt auch auf die Preisentwicklung bei Düngemitteln durch.
Landwirt beim Ausbringen von Mineraldünger
© Mühlhausen/landpixel
Zwar haben sich Harnstoff und TSP im September an den globalen Spotmärkten noch einmal verteuert, gleichzeitig sind jedoch die Preise für Kalium und DAP zurückgegangen. Eine Ursache für den Preisrückgang ist sicherlich die sich abschwächende Nachfrage, beziehungsweise die Kaufzurückhaltung der Landwirte angesichts rückläufiger
Getreidepreise und wachsender ökonomischer Unsicherheit.
Diese Annahme bestätigt Ende Oktober einer der weltweit führenden Hersteller von Stickstoffdünger, Yara International. Im dritten Quartal 2011 ging der Stickstoff-Absatz des Unternehmens in Europa um 14 Prozent zurück.
Harnstoff eher knapp
Landwirte kaufen weniger Mineraldünger
In den USA zeigt der kräftige Rückgang der
Getreidepreise ebenfalls
Wirkung. Das Analystenhaus Profercy verzeichnete dort Ende Oktober
einen leichten Rückgang der Importpreise für Harnstoff. Danach lagen die
durchschnittlichen Einfuhrpreise (fob Gulf) für granulierten Harnstoff
in den USA bei 473 USD/t und für UAN bei 345 USD/t und damit etwas
unter den Preisen von Ende September (485 bzw. 354 USD/t).
Allerdings
bleibt die globale Versorgungslage bei Stickstoffdünger und Harnstoff zunächst einmal angespannt. Ursache ist jedoch nicht so sehr eine
boomende Nachfrage als vielmehr die zeitweise Verknappung des globalen
Angebotes durch eine Halbierung der chinesischen Exporte.
Bei Phosphordüngern dürfte die Stabilisierung der politischen Lage in
Nordafrika sowie eine Produktionsausweitung in Saudi-Arabien zu einer
Entspannung der Angebotslage führen.
Ähnliche Tendenzen sind auch am Kalimarkt zu erwarten. Hier meldete der weltweit größte Hersteller
UralKali im Oktober eine Ausweitung seiner Produktionskapazitäten.
Ähnliche Ambitionen haben die kanadische Potash Group sowie chinesische
Hersteller.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Eine ausführliche Analyse zur Entwicklung am internationalen
Mineraldüngermarkt ist in der Oktober-Ausgabe der Neuen Landwirtschaft zu finden.
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