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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Betriebsführung » Produktion und Förderung » Dünger_Teil2 ]
Mittwoch, 23.05.2012
Produktion und Förderung | 08.07.2011 Redaktion agrarheute.com

Mineraldünger bleibt teuer

Bonn - Mineraldünger haben sich in weltweit deutlich verteuert. Glaubt man den Prognosen, ist in der zweiten Hälfte dieses Jahres ein weiterer Preisanstieg zu erwarten.
Mineraldünger bleibt teuer
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Mineraldünger bleibt teuer
Allerdings sind die Einflussfaktoren auf den Markt vielfältig, so dass es durchaus zu unerwarteten Veränderungen der Marktlage kommen kann. Das betrifft sowohl das am Markt verfügbare Angebot als auch die Nachfrage nach Mineraldünger. Solche Veränderungen hätten dann auch Auswirkungen auf die Preise. Derzeit sieht es jedoch trotz der gefallenen Getreidepreise nicht nach rückläufigen Düngerpreisen aus. Am Weltmarkt waren die wichtigsten Düngemittel im Mai 2011 durchschnittlich 55 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Im laufenden Jahr betrug der Preisanstieg bis Mai immerhin noch zwölf Prozent. Von den wichtigsten Düngemitteln verteuerte sich an den globalen Handelsplätzten Harnstoff am stärksten. Im Vorjahresvergleich betrug der Preisanstieg über 70 Prozent. Die Preise für DAP und TSP bewegten sich im Mai etwa 32 Prozent beziehungsweise 55 Prozent über dem Vorjahreswert und Phosphat war 46 Prozent teurer als vor einem Jahr. (Grafiken Kaliumchlorid und Grafik TSP-Preise)

Hohe Agrarpreise treiben die Nachfrage

Mineraldünger bleibt teuer
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Mineraldünger bleibt teuer
Die Ursachen für den kräftigen Preisanstieg sind auf eine ganze Reihe von Faktoren zurückzuführen. Zu den wichtigsten Einflussgrößen gehören natürlich die Getreide- und Ölsaatenpreise. Das hohe Preisniveau bei Ackerbauprodukten hat weltweit zu steigenden Investitionen in den Betrieben und zu einem erhöhten Einsatz an Düngemitteln geführt. Im Mai 2011 kostete Weizen an den globalen Handelsplätzen beinahe doppelt so viel wie vor einem Jahr, Mais war um 90 teurer, Soja um 50 Prozent, Zucker um 40 Prozent und Baumwolle um 85 Prozent. Diese Entwicklung hat die Nachfrage nach Düngemitteln deutlich angetrieben. Ganz besonders kräftig nahm der Mineraldüngereinsatz in Südamerika, Indien und Ozeanien zu. Analysten rechnen allein für Brasilien mit einem Anstieg der Importe für das Gesamtjahr von fast sechs Prozent. In jüngster Zeit wurden wegen der gleichzeitigen Verschiffung von wichtigen Exportgütern wie Zucker, Soja oder Mais über erhebliche Verzögerungen bei der Entladung des Mineraldüngers an den wichtigsten Häfen (Paranagua) berichtet.

China drosselt Exporte

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Mineraldünger bleibt teuer
Von der Produktionsseite werden die Düngerpreise zudem maßgeblich durch die Entwicklung der Energiepreise, insbesondere durch die Preise für Erdgas beeinflusst. Auch von dieser Seite hat es im Jahresverlauf einen Kostenschub gegeben. In Europa lagen die Erdgaspreise im Mai gut 40 Prozent über dem Vorjahreswert und Rohöl hatte sich um die gleiche Größenordnung verteuert. Hinzu kommen jedoch auch Angebotsverknappungen durch veränderte politische Rahmenbedingungen (Nordafrika) oder auch Handelsbeschränkungen. So hat China seine Harnstoffexporte, nach sehr expansivem Start zum Jahresbeginn, in den letzten Monaten spürbar gedrosselt. Offenbar wird im Reich der Mitte wegen der boomenden Wirtschaft die Energie knapp und immer teurer. In der Folge hat man der Einsatz von Energie für die Düngerproduktion gedrosselt und damit die Produktion beschränkt. Außerdem benötigt das Land selbst mehr Harnstoff als zunächst erwartet. Analysten gehen deshalb von einem deutlichen Rückgang der chinesischen Harnstoffexporte, um etwa die die Hälfte, auf nur noch 3 bis 3,5 Millionen Tonnen aus.

USA sind größter Importeur

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Mineraldünger bleibt teuer
Ermöglich wurden die chinesischen Exporte durch den rasanten Ausbau der eigenen Produktionskapazitäten. Nach den Daten der Internationalen Düngemittel-Organisation (IFA), baut China bei Stickstoff- und Phosphordüngemitteln bis 2015 weltweit die meisten neuen Produktionsstätten. Damit bleibt das Reich der Mitte künftig nicht nur der weltgrößte Verbraucher von Mineraldünger sondern auch der größte Produzent sowie bei Stickstoff und Phosphor der zweitgrößte Exporteur. Importbedarf haben die Chinesen hingegen bei Kalium. Bei diesem Dünger ist China noch vor den USA und Brasilien der weltweit größte Importeur. Bezogen auf die Gesamteinfuhr von Düngemitteln sind die USA der bedeutendste Importeur, noch vor Brasilien und Indien. Eine Ausnahme macht lediglich Phosphordünger, hier liegen die Amerikaner an der Spitze der großen Exportländer. Ansonsten sind Russland, Kanada und China die Top der Mineraldüngerexporteure. Beim Kaliumexport spielt zudem Weißrussland eine herausragende Rolle und bei der Ausfuhr von Stickstoff/Harnstoff die Ukraine.

Nachfrage schwächte sich ab

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Mineraldünger bleibt teuer
Im Mai hat die Internationale Organisation der Düngemittelhersteller (IFA) die Verbrauchs- bzw. Nachfrageentwicklung für das Wirtschaftsjahr 2011/12 geschätzt. Dabei ging man im Vergleich zu den beiden Vorjahren von einer Verlangsamung des Verbrauchwachstums bei den drei wichtigsten Nährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium auf durchschnittlich 2,5 Prozent aus. In den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren hatte der globale Mineraldüngerverbrauch mit rund fünf Prozent immerhin doppelt so stark zugenommen Allerdings war die globale Nachfrage im Krisenjahr 2008/09 weltweit auch um fast acht Prozent eingebrochen. Insbesondere beim Einsatz von Kalium und Phosphor hatten die Landwirte gespart. Bei diesen beiden Nährstoffen nahm der weltweite Verbrauch in den beiden letzten Jahren teilweise zweitstellig zu. In diesem Jahr rechnen die Experten der IFA insbesondere bei Kalium nochmal mit einem hohen Verbrauchzuwachs von 5,5 Prozent. Offenbar ist dieser Verbrauchrückgang jedoch nicht das Ergebnis einer akuten physischen Verknappung. Nach den Daten der IFO nehmen die Produktionskapazitäten zu und können den steigenden Bedarf gut decken. Lediglich bei Phosphordünger verbessert sich die enge Relation von Angebot und Nachfrage nur wenig.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
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Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Dr. Olaf Zinke
Marktanalyst   
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Keywords AMI | Düngemittelmarkt | Harnstoff | Kaliumchlorid | Mineraldünger | Phosphor | Stickstoff | Triplesuperphosphat | Wirtschaftsdünger | Zinke
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