Mittwoch, 23.05.2012
Fendt ist nicht neuer Partner von Eibl
Wien - In Fachkreisen hält das Rätselraten darüber, wie sich der Vertrieb von Mähdreschern und Erntemaschinen in Österreich zukünftig im Einzelnen gestalten wird, weiter an.
Fendt ist nicht neuer Partner von Eibl + Wondrak in Österreich.
© Fendt
Für das Handelshaus Eibl + Wondrak, das seinen Vertriebsvertrag mit
Claas kündigte, sieht es nach Einschätzung von Marktkennern eher schlecht aus, denn keiner der großen Hersteller sucht derzeit einen neuen Partner. Das gilt nach Informationen von AgE auch für Fendt, die als mögliche Nachfolger-Marke gehandelt worden war. "Wir sind es nicht", erklärte der Sprecher der Fendt-Geschäftsführung, Peter-Josef Paffen, beim Fendt-Österreich-Feldtag Melk.
Zwar wolle das Unternehmen der Erntetechnik verstärkt einen Schub geben, jedoch ohne neuen Vertriebspartner. Österreich ist nach Frankreich zweitwichtigster Fendt-Exportmarkt, getragen aber vom Schlepperverkauf. Mittelfristiges Ziel für den bislang in der Alpenrepublik nur wenig gefragten Mähdrescher des Konzerns ist laut Fendt-Exportchef Bernhard Stocker ein Marktanteil von zehn bis 15 Prozent. Den Verkauf von Schleppern will
Fendt in Österreich von zuletzt rund 800 bis 2015 auf 1.400 Stück steigern.
Claas arbeitet an neuer Vertriebszentrale
Gary Collar, für das Europageschäft zuständiger AGCO-Vizepräsident, schloss eine Zusammenarbeit der anderen Konzernmarken - Massey Ferguson, Valtra und Challenger - mit Eibl ebenfalls aus. Dies treffe auch auf den Mähdrescherhersteller
Case IH zu, wie aus dem Umfeld von Case-Konzernchef Andreas Klauser bekannt wurde. Der US-Landtechnikkonzern
JohnDeere schließlich will dem Vernehmen nach im Herbst seinen Vertrag mit dem Lagerhaus TechnikCenter (LTC) verlängern.
Bleiben Fachleuten zufolge als mögliche Partner für Eibl + Wondrak CNH/New Holland und die italienisch-deutsche Same-Gruppe mit der Marke Deutz-Fahr. New Holland gilt unter den Branchenkennern jedoch als unwahrscheinliche Lösung, und bei Deutz-Fahr Austria verwies Geschäftsführer Christoph Stögerer auf die gültigen Verträge als Generalimporteur.
Claas arbeite indes auf Hochtouren, um in wenigen Wochen eine neue Vertriebszentrale nördlich von Wien in Betrieb zu nehmen. Dieses Jahr sei der Mähdrescherabsatz in Österreich nach aktuellen Zahlen um gut 20 Prozent auf 157 Stück gesunken, wobei sich der Verkauf von Claas-Maschinen um 25 Prozent auf 86 verringert habe.
AgE
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