Brüssel - Die Einkommenssteigerung der EU-Landwirte ist vor allem auf die Erhöhung der Erzeugerpreise zurückzuführen. Das größte Plus verzeichnete Getreide.
Der spanische Bauernverband fürchtet Ernteverluste in Millionenhöhe. Deswegen soll ein Teil der Agrarfördergelder früher ausgezahlt werden.
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Das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft ist 2011 im EU-27-Durchschnitt um 6,7 Prozent (%) gestiegen. 2010 lag das Wachstum EU-weit noch bei 12,6 %. Das ist das Ergebnis erster Eurostat-Schätzungen, dem statistischen Amt der Europäischen Union. Das Plus ergibt sich aus einer Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens (+3,9 %) in Verbindung mit einer Verringerung des Arbeitseinsatzes (-2,7 %) im Agrarsektor. Die Wachstums-Steigerung in der EU-27 im Jahr 2011 ist hauptsächlich auf eine Erhöhung der Erzeugerpreise (+7,5 %) zurückzuführen, während Vorleistungskosten (Saatgut, Futtermittel, …) jedoch zunahmen (+9,7 %). Die rückläufigen Förderungen abzüglich Steuern (-1,2 %) und realen Abschreibungen (-0,1 %) haben nur einen geringfügigen Einfluss.
Wie die Schätzungen ergeben haben, ist zwischen 2005 und 2011 das reale
landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in der EU-27 um 18,3 %
gestiegen, während der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz um 15,2 % fiel.
Nach den vorläufigen Bewertungen für 2011 verzeichnen 19 Mitgliedstaaten
eine Einkommenssteigerung und acht eine Abnahme. Die höchsten Anstiege
werden für Rumänien (+43,7 %), Ungarn (+41,8 %), Irland (+30,1 %), die
Slowakei (+25,3 %), Luxemburg (+25,2 %), die Tschechische Republik
(+23,5 %), Bulgarien (+23,2 %) und Dänemark (+20,2 %) erwartet und die
größten Rückgänge für Belgien (-22,5 %), Malta (-21,2 %), Portugal
(-10,7 %) und Finnland (-9,6 %). Österreich liegt mit +12,2% im
Mittelfeld.
Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise in der EU-27 stiegen im Jahr
2011 um 7,5 %. Der Preis von pflanzlichen Erzeugnissen stieg im
Durchschnitt um 8 %, der von tierischen Produkten um 7,8 %. Bei
pflanzlichen Produkten ist die Zunahme des Wertes sowohl auf eine
Erhöhung der Preise (+5,4 %) als auch des Volumens (+2,5 %)
zurückzuführen. Preise steigen für die meisten Gruppen der pflanzlichen
Erzeugnisse, ausgenommen für frisches Gemüse (-10,1 %), Pflanzen und
Blumen (-1,1 %) und Olivenöl (-0,9 %). Die stärksten Anstiege
verzeichneten Getreide (+18,9 %), Ölsaaten (+18,4 %),
Zuckerrüben (+3,6 %)
und Wein (+2,3 %). Für die meisten Produkte zeigt sich ein Wachstum im
Volumen, insbesondere für
Zuckerrüben (+13,7 %), Wein (+4,6 %), Kartoffeln
(+4,2 %) und Obst (+3,3 %). Eine Abnahme des Volumens ist nur für
Olivenöl, Pflanzen und Blumen (je -2,2 %) zu beobachten.
Vorleistungskosten gestiegen
Die Zunahme des Wertes der tierischen Produktion im Jahr 2011 ist das
Ergebnis einer Erhöhung sowohl der Produktionspreise (+6,7 %) als auch
des Volumens (+1,1 %). Die Preise steigen für Milch (+9,1 %), Geflügel
(+8,7 %), Rinder (+8,6 %), Schafe und Ziegen (+6,4 %) und Schweine (+4,3 %),
während sie für Eier (-5,3 %) sinken. Das Volumen erhöht sich für Schafe
und Ziegen (+2,3 %), Geflügel (+1,9 %), Rinder (+1,5 %) und die
Milchproduktion (+1,1 %) und sinkt leicht für Eier (-0,9 %).
Real steigen in der EU-27 die Vorleistungskosten um 9,7 %. Dies ist vor
allem auf eine Zunahme der Preise (+9,1 %) zurückzuführen. Die Erhöhung
der Vorleistungskosten wird durch starke Anstiege der Preise von
Futtermittel (+16,8 %), Dünge- und Bodenverbesserungsmittel (+14,6 %),
Energie und Schmierstoffen (+11,8 %), Saat- und Pflanzgut (+4,3 %) und
Instandhaltung von Gebäuden (+3,8 %) verursacht.
Erfreut über die Steigerung zeigte sich Pekka Pesonen , Generalsekretär
der EU-Landwirte- und Genossenschaftsverbände Copa-Cogeca. Dennoch
warnte er vor den vorläufigen Schätzungen für die er noch eine Änderung
erwartet. "Die Zahlen werden Januar/Februar nächstes Jahr revidiert und
könnten nach unten korrigiert werden, da die Weizenpreise seit Juli und
die
Maispreise seit September schrittweise gesunken sind. " Ferner weist
Pesonen auf nach wie vor sehr geringe landwirtschaftliche Einkommen in
der EU hin: "Diese betragen weniger als 50 % der Durchschnittsverdienste
in anderen Sektoren. Zudem maskiert die Gesamtzahl von 6,7% starke
Schwankungen in den Einkommensniveaus der unterschiedlichen
Mitgliedstaaten. "
Diese Schätzungen für die EU-27 basieren auf Daten, welche von den
nationalen Behörden der Mitgliedstaaten bereitgestellt wurden.