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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Energie » Spezielles » Energiefahrplan-EU ]
Mittwoch, 23.05.2012
Spezielles | 07.11.2011 Redaktion agrarheute.com

EU-Energiefahrplan: Details durchgesickert

Brüssel/London - Erneuerbare Energie werden künftig mehr als die Hälfte zur Stromerzeugung beitragen. Allerdings müssen Flächennachfrage und die Konkurrenz zu Nahrungsmitteln verringert werden.
© Jan Schmidt/Aboutpixel
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© Jan Schmidt/Aboutpixel
Die Umstellung der europäischen Energieversorgung auf CO2-arme Technologien wird große Mengen an Biokraftstoffen gerade im Transportbereich benötigen. Allerdings sollte dabei weniger auf Biodiesel oder Bioethanol aus Energiepflanzen, sondern auf Treibstoffe der zweiten und dritten Generation, beispielsweise aus Algen, gesetzt werden. Dieser Auffassung ist die Europäische Kommission laut einem durchgesickerten Entwurf des "EU-Energiefahrplans 2050". In der Mitteilung, die noch vor Jahresende erscheinen soll, werden die großen Herausforderungen für die Energieversorgung bis zur Jahrhundertmitte umrissen.

Eigene Strategie angekündigt

Die Umstellung auf effizientere Methoden zur Biotreibstoffgewinnung hält die Brüsseler Behörde für notwendig, um die Nachfrage nach Flächen zu verringern, die ansonsten auch für den Anbau von Nahrungsmitteln genutzt werden könnten.
 
Ferner geht sie davon aus, dass dadurch die Netto-Treibhausgaseinsparungen gegenüber Erdöl weiter gesenkt werden. Sie kündigt an, im nächsten Jahr eine eigene Strategie vorzulegen, wie der Anteil von Biokraftstoffen an der Energieversorgung nach 2020 gesteigert werden kann.
 
Strom wird wichtiger
 
Die Kommission stellt klar, dass die derzeitige Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ein Ende haben muss. Den größten Anteil sollen nach ihrer Einschätzung künftig erneuerbare Energien stellen - also neben Biokraftstoffen insbesondere Wind- und Wasserkraft sowie Sonnenenergie.
 
Allerdings will sie auf herkömmliche Energieträger nicht vollständig verzichten. Die Verwertung von Gas und Öl soll effizienter gemacht werden. Der Atomenergie wird weiter eine wichtige Rolle beim Energiemix zugeschrieben. Insgesamt soll Strom als Energieträger in den Vordergrund rücken.
 
Die günstigsten mittleren Strompreise für 2050 - knapp unter 150 Euro/MWh - simuliert die Kommission unter Annahme von Szenarien, in denen die unterschiedlichen Technologien entweder im freien Wettbewerb miteinander stehen oder eine besonders hohe Energieeffizienz gefördert wird. In diesen Fällen würden die Erneuerbaren 59 bis 64 Prozent zur Stromerzeugung beitragen. Lautet die Zielvorgabe jedoch, den Anteil erneuerbarer Energien weiter auf drei Viertel des Bedarfs zu steigern, berechnet die Kommission rund 35 Prozent höhere Strompreise.
 
Umwelt-Sachverständigenrat: Kein Kostenpessimismus
 
Dem Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) sind die Prognosen der Kommission nicht optimistisch genug. Der SRU hält eine nachhaltige Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen bis zur Mitte des Jahrhunderts für wenig Geld erreichbar. Seinen Berechnungen für 36 Länder in Europa und Nordafrika zufolge ist eine vollständige regenerative Stromversorgung bis 2050 bereits zu Durchschnittskosten von 65 Euro/MWh möglich. "Damit werden die erneuerbaren Energien auch europaweit der kostengünstigste Energieträger in der EU", erklärte SRU-Mitglied Prof. Olav Hohmeyer von der Universität Flensburg am vergangenen Donnerstag anlässlich der Vorstellung einer entsprechenden Studie vor dem britischen Unterhaus in London.
 
Für die meisten europäischen Länder sei die Windenergie die kostengünstigste Technik, während sich im Mittelmeerraum hohe Anteile von Sonnenenergie durchsetzten. Entscheidend für den Erfolg der Energiewende sei es, den nationalen Ausbau erneuerbarer Energien europäisch zu flankieren. Der EU-Kommission warf Hohmeyer in diesem Zusammenhang "Kostenpessimismus" vor. Die Behörde unterschätze systematisch das Potential der erneuerbaren Energien. Der Sachverständige warnte davor, solche Prognosen könnten die politische Akzeptanz für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in der EU behindern. Stattdessen solle die Gemeinschaft verbindliche Ausbauziele bis 2030 formulieren und die europäischen Stromnetze systematisch darauf ausrichten.
AgE
Fachbeitrag zum Thema:
Redaktion Joule Bundesnetzagentur Degression erwartet
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Keywords Atomkraft | Bericht | CO2-Ausstoss | EU-Kommission | Energiefahrplan | Energiewende | Erneuerbare Energien | Flächenkonkurrenz | Solarenergie | Windenergie
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