Luxemburg - Das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in der EU ist 2010 um 12,6 Pozent gestiegen. Vor allem in Deutschland ist die Entwicklung überdurchschnittlich.
Der Zinssatz der Rentenbank wurde für Förderdarlehen um 0,25 Prozentpunkte gesenkt.
© fotolia
Für das Gros der europäischen Landwirte
war 2010 ein deutlich besseres Jahr als 2009. Das Statistische
Amt der Europäischen Union (Eurostat) hat vergangene Woche
eine unter dem Strich positive Entwicklung bestätigt. Das
Einkommen je Vollzeitarbeitskraft stieg laut den endgültigen,
im August veröffentlichten Zahlen real im Schnitt um 12,6 Prozent (%)
gegenüber dem Vorjahr. Das sind gleichzeitig 0,3 Prozentpunkte
mehr als im vergangenen Dezember geschätzt.
In Deutschland
legte das mittlere Einkommen überdurchschnittlich um
22,4 % zu. Insgesamt entwickelte sich die Lage in 21 Staaten
positiv, wobei der Zuwachs von plus 4,3 % in der Slowakei,
über 13,1 % in Österreich bis hin zu 34,4 % in Frankreich,
39,0 % in den Niederlanden und 56,6 % in Dänemark reichte.
Erlössituation der Landwirtschaft stabilisiert
Maßgeblich für diese Entwicklung war die Pflanzenproduktion.
Die Erzeugerpreise kletterten um durchschnittlich 10,3 %.
Für Getreide und Ölsaaten wurde ein Zuwachs von 27,0 %
beziehungsweise 29,0 % verbucht. Gleichzeitig stiegen die
Erlöse für Kartoffeln um 18,1 %. Dadurch wurde ein Rückgang
des Aufkommens um insgesamt 2,6 % mehr als aufgewogen:
Der Wert der Pflanzenproduktion erhöhte sich im EU-Durchschnitt
um 5,9 %.
Sechs Mitgliedstaaten profitierten
von der verbesserten Marktlage nicht, allen voran Großbritannien:
Im Vereinigten Königreich büßten die Landwirte je
Arbeitskraft imVergleich zu 2009 durchschnittlich 6,4 % ein.
Ebenfalls im Minus bewegten sich Rumänien, Griechenland,
Italien, Finnland und Zypern.
Im Bereich tierischer Erzeugnisse war diesmal der Milchmarkt Motor
der Entwicklung: Nur weil die Milchpreise im Jahresvergleich um
10,5 % zulegten, konnte insgesamt noch ein Plus von 1,9 % verbucht
werden. Die Fleischproduktion dagegen musste Preisabschläge hinnehmen,
nämlich um 2,8 % für Schweine-, um 1,3 % für Geflügel-,
um 0,7 % für Schaf- und Ziegenfleisch sowie um 0,4 % für Rindfleisch. Gleichzeitig wurde mehr Fleisch erzeugt, darunter 3,1 %
mehr Geflügel- und 2,1 % mehr Schweinefleisch. Einen regelrechten
Einbruch gab es am Eiermarkt: Ein Preisverfall von 7,1 % wurde von
einem Produktionsrückgang um 2,4 % begleitet.
Durch diese unterschiedlichen
Tendenzen erhöhte sich der Wert der tierischen Erzeugung
im Jahresvergleich unter dem Strich um 2,0 %. In Deutschland
legte die tierische Erzeugung insgesamt allerdings um 8,7 % zu. Sie
wuchs damit schneller als die Pflanzenproduktion, wo hierzulande ein
Plus von 3,9 % verbucht wurde. Der Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft
ging in fast allen EU-Mitgliedstaaten weiter zurück, darunter
um 2,0 % in Deutschland und um 1,8 % in Österreich. Im Schnitt
betrug das Minus 1,5 %. Lediglich in Rumänien und auf Zypern
wurde der Arbeitseinsatz ausgeweitet.