Brandenburg - Wie in vielen Teilen Deutschlands steht es auch in Brandenburg schlecht um die Ernteerträge. Dr. Karsten Lorenz vom Landesbauernverband fasst die aktuelle Lage zusammen.
Neben Raps ist die Wintergerste das 'Sorgenkind' in Brandenburg.
© hapo / www.landpixel.eu
Die
Gerstenernte in Deutschland ist in den meisten Bundesländern abgeschlossen. Auch in Brandenburg wurden bereits 90 % gedroschen. "Es fehlen nur noch ein paar Betriebe im Norden, weil die Ernte im Süden beginnt und sich dann übers Land wälzt", erklärt Dr. Karsten Lorenz vom Landesbauernverband Brandenburg. Die ersten Zahlen besagen laut Lorenz, dass dieses Jahr 44 bis 45 Dezitonnen Wintergerste je Hektar geerntet werden. Das sei relativ wenig. "Normalerweise haben wir eine gute Tonne mehr", sagt er.
In den verschiedenen Bereichen Brandenburgs sieht es ganz unterschiedlich aus. Dr. Lorenz spricht von einer Nord/Süd-Teilung und einer Nord/West-Teilung. Während der Westen das ganze Jahr über recht gut mit Regen versorgt worden sei und somit die Bestände nur ein bisschen schlechter daständen als gewohnt, bezeichnet er den Süden und die östlichen Bereiche als "Sorgenkind". "Hier gibt es dieses Jahr sogar Komplettausfälle bei der Ernte", fügt er hinzu.
Auch beim Winterraps sehen die Erträge dieses Jahr sehr schlecht aus. "Der Durchschnitt von 35 Dezitonnen je Hektar wird dieses Jahr nicht erreicht werden", muss Dr. Karsten Lorenz feststellen. "Es liegen zwar noch keine Zahlen vor, aber die Ölgehalte werden wohl sehr gering ausfallen", fügt er hinzu.
Während die Aussichten bei
Gerste und Raps also schlecht sind, hat Dr. Lorenz
wenigstens bei Roggen und Weizen noch Hoffnung. "Da sieht es momentan
noch etwas besser aus".
Insgesamt werde in Brandenburg mit einer
Getreideernte von 1,8 Millionen Tonnen gerechnet. "Das sind ungefähr 700.000 Tonnen weniger als sonst und macht 15-20% Ertragseinbußen aus."
Was kann über die Qualitäten gesagt werden? Dr. Lorenz spricht von schlechter Qualität, das Geerntete sei vielfach nur noch als Futtermittel geeignet. Außerdem gäbe es in Brandenburg dieses Jahr nur geringe Fallzahlen und einen hohen Schmachtkornanteil. "Das gilt für alle Fruchtarten", erläutert er. "Das Wasser hat einfach vielerorts im Frühjahr gefehlt und da hat sich leider in den letzten Monaten auch nichts mehr getan".
Wo der Regen in den Frühlingsmonaten gefehlt hat, ist er jetzt zu viel. Durch die vielen Regenschauer ist die Ernte in Brandenburg gerade ein bisschen ins Stocken gekommen. "Wird würden jetzt gerne loslegen, wenn uns das
Wetter nicht dauernd einen Strich durch die Rechnung machen würde", so Dr. Lorenz.
Podcast: Ernte in Brandenburg
Wegen der schlechten Wetterbedingungen steht es auch in Brandenburg eher
schlecht um die Ernteerträge. Dr. Karsten Lorenz fasst die aktuelle
Lage zusammen. anhören…
Wie sieht es bei Ihnen dieses Jahr mit der Ernte aus? Machen Sie doch mit bei unserer Umfrage direkt rechts neben dem Artikel!
Special zur Ernte 2011
Die diesjährige Anbausaison war
von Anfang an schwierig: Bei der Aussaat
war der Boden vielerorts zu nass, Spätfröste, Frühjahrstrockenheit ...
Zwischenzeitlich fiel endlich Regen. Aber kam er noch rechtzeitig? Mit
unserem Special zur Ernte 2011 bleiben Sie auf dem Laufenden. zum Special ...