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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Pflanze » Allgemeines » Ernte Brandenburg ]
Mittwoch, 23.05.2012
Allgemeines | 02.09.2011 Redaktion agrarheute.com

Regenreiches Ernteende in Brandenburg

Teltow - Rekordniederschläge in Juli und August verhinderten an vielen Orten das Vorankommen der Ernte. Zum Teil stehen immer noch druschreife Bestände auf den Feldern.
Vor allem im Juli und Anfang August fielen Rekordniederschläge in Brandenburg. © landpixel.de
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Vor allem im Juli und Anfang August fielen Rekordniederschläge in Brandenburg.
© landpixel.de
In der Prignitz und der Uckermark stehen heute noch druschreife Bestände. Die Erntebedingungen waren zum Erntestart Ende Juni schon ungünstig und ließ nur eine mäßige Getreideernte erwarten. Bis Anfang Juli fehlten vielerorts noch 100 mm Niederschlag. Gerade auf den leichten Standorten im Süden und Osten Brandenburgs verschärfte die Frühjahrstrockenheit im April/Mai die Situation. Der Wassermangel zeichnete die Bestände. Die Gerste ging schon sehr früh in die Notreife und deshalb begann die Ernte oft vorfristig schon Ende Juni statt normalerweise Anfang Juli. Einige Bestände wurden gemäht und später siliert. Die nachfolgende Rapsernte konnte ebenfalls nicht überzeugen. Bei Weizen, Triticale und Roggen stand noch bis Mitte August die Hälfte auf dem Halm.

Pilzkrankheiten beeinflussen Qualität

Die Feuchte im Bestand behindert nicht nur den Drusch, sondern begünstigt auch die Ausbreitung von Pilzkrankheiten, was die Qualität negativ belastet. In vielen Beständen wurde bereits Durchwuchs bzw. Auswuchs beobachtet. Von Brandenburger Feldern wurden in diesem Jahr nur 1,85 Millionen Tonnen Getreide geerntet, dass sind 450.000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Mit einem mittleren Getreideertrag von 41,5 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) liegt die Druschernte 2011 circa 14 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Roggenerträge bleiben 22 prozent unter dem Vorjahresergebnis, die Weizenerträge 14 Prozent und bei Triticale sind es noch 11 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Brandenburger Landwirte haben fast eine Tonne weniger pro Hektar geerntet als noch vor einem Jahr.

Preise für Druschfrüchte wieder auf Talfahrt

Die Preise für Druschfrüchte sind seit dem Erntestart von ihrem Rekordhoch wieder zurück auf Talfahrt gegangen. Gute Ernten im Schwarzmeerraum, in Frankreich und Kanada drücken auf die Erzeugerpreise. Hinzu kommt, dass Russland sein Exportverbot für Getreide wieder gelockert hat. Auch erschwert der starke Euro derzeit die Exporte aus der EU. Trotzdem liegen die Preise derzeit noch etwas über dem Vorjahresniveau. Für Wintergerste erzielt man derzeit im Brandenburger Durchschnitt 17,50 Euro je Dezitonne (€/dt) erzielt (Vorjahr: 14,50 €/dt). Ähnlich stellt sich die Situation bei Futterweizen 17,50 €/dt (Vorjahr: 16,50 €/dt), Brotroggen 17,00 €/dt (Vorjahr: 14,00 €/dt) und Triticale 17,00 €/dt (Vorjahr: 14,50 €/dt) dar. Beim Raps kostete eine Dezitonne vor einem Jahr noch 35,00 €, zur neuen Ernte sind es 42,00 €.
 
Die durchschnittlichen Ernteaussichten weltweit, so meint der LBV, lassen die Getreidepreise auch in den nächsten Monaten auf diesem Niveau verharren. Schon das zweite Jahr in Folge mit erheblichen Ertragsausfällen setzt vielen Betrieben zu. Das Weniger bei den Erträgen wird durch die positiven Preise zwar wieder etwas aufgefangen, wären da nicht die ebenfalls gestiegenen Kosten.

Weiter steigende Kosten für Betriebsmittel

Die Preise für Betriebsmittel wie Saatgut und Dünger zogen wieder deutlich an. Gerade deutsche Schweineveredler - die hier ihr Futtergetreide kaufen - können derzeit nicht kostendeckend produzieren. Kritisch ist die Situation auf den Wiesen und Weiden. Die Menge und die Qualität des Grünfutters ist im Keller. Die Futtersituation spitzt sich zu. Vor zwei Wochen hat der LBV deshalb eine Futterbörse eingerichtet. Um solche Missstände in der Zukunft besser händeln zu können, fordert der LBV von der Politik die Schaffung des steuerlichen Instruments der "Risikoausgleichsrücklage" für Landwirte. Damit kann in guten Zeiten Geld für schlechte Zeiten zurückgelegt werden und Ertragsschwankungen abgepuffert werden.  
  • Durchschnittliche Niederschlagsmengen in Brandenburg. mehr...
  • Aktueller Erntestand in Brandenburg. mehr...

Podcast: "Mit einem blauen Auge davon gekommen"
Getreide und Raps sind soweit vom Acker. Wie sich das schwierige Erntejahr auf Qualitäten und Preise auswirkte, darüber sprachen wir mit Guido Seedler vom Deutschen Raiffeisenverband. anhören...
Fachbeitrag zum Thema:
Redaktion DLZ Volltreffer mit Reife-Index Maisernte
Lesen Sie hierzu auch
  • Produktion und Förderung Getreideernte 2012: Produktion deckt nicht den Bedarf
  • Mais Deutschland: Maisernte deutlich größer als gedacht
  • Video Vegetationsreport 2012: Fungizide im Weizen jetzt einplanen
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Keywords Betriebsmittelpreise | Brandenburg | Ernte | Getreideernte | LBV | Regen | Rekordniederschläge | Teltow | Uckermark | nasse Ernte
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