Mittwoch, 23.05.2012
Auswinterungsschäden und Trockenheit: Ernteschätzung leicht nach unten korrigiert
Berlin - Der Deutsche Raiffeisenverband erwartet aktuell eine Getreideernte von 44,1 Millionen Tonnen. Die Ernte von Winterraps wird auf 5,2 Millionen Tonnen veranschlagt.
Der Focus hatte berichtet, dass die Getreideernte den diesjährigen Inlandsbedarf nicht deckt.
© Mühlhausen/landpixel
Die Getreidefläche wird vom DRV auf 6,52 Millionen Hektar und damit um etwa 1,8 Prozent niedriger veranschlagt als im Vorjahr. Insbesondere der Anbau von Roggen und
Gerste wurde deutlich reduziert, der Anbau des ertragsstärkeren Winterweizens dagegen leicht ausgedehnt.
Die im Herbst 2010 gesäten Feldbestände haben nach dem außergewöhnlich langen Winter noch einen leichten Vegetationsrückstand, die Vegetationsentwicklung ist in vielen Regionen aufgrund der zu geringen Niederschläge in den Monaten März und April alles andere als optimal.
Getreide: 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr
Vor diesem Hintergrund schätzt der Verband den durchschnittlichen Getreideertrag derzeit auf 67,6 Dezitonnen je Hektar. Gegenüber dem relativ niedrigen Vorjahreswert (66,7 Dezitonnen je Hektar) bedeutet dies eine Steigerung um knappe 1,5 Prozent bzw. 100 Kilogramm Getreide je Hektar. Unter der Voraussetzung weitgehend normaler Witterungsverhältnisse veranschlagt der DRV die kommende
Getreideernte derzeit auf 44,1 Millionen Tonnen. Dies entspricht nur knapp dem Vorjahresniveau, im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre betrug das Erntevolumen immerhin 46 Millionen Tonnen.
Auswinterungsschäden
Auch die Winterrapsernte schätzt der DRV aufgrund einiger Auswinterungsschäden und der zu geringen Niederschläge niedriger ein als im Vorjahr. Bei der Kalkulation der Winterrapsernte veranschlagt der DRV einen Durchschnittsertrag von 36 Dezitonnen je Hektar. Gegenüber dem Vorjahr (39 Dezitonnen je Hektar) entspricht dies einem Minderertrag von acht Prozent. Die Anbaufläche im Herbst 2010 wurde nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes um rund 1,2 Prozent bzw. knapp 10.000 Hektar eingeschränkt. Möglicherweise muss zur nächsten Schätzung, wenn sich die Auswinterungsschäden klarer beziffern lassen, die Fläche nochmals um den gleichen Wert reduziert werden.
Winterraps: Neun Prozent unter Jahresschnitt
Der DRV schätzt das Volumen der Winterrapsernte derzeit auf 5,2 Millionen Tonnen, der 5-Jahresdurchschnitt liegt bei 5,5 Millionen Tonnen. Das Ergebnis der Vorjahresernte (5,7 Millionen Tonnen) wird immerhin um 600.000 Tonnen oder neun Prozent verfehlt.
Der DRV aktualisiert seine Ernteprognose monatlich.
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pd
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