Mittwoch, 23.05.2012
Ernte in Bayern: Los geht's
München - Rotierende Schneidwerke vor Mähdreschern, die ihre Bahnen über die Felder ziehen. Traktoren, die Kipper vom Acker schleppen - es ist wieder Erntezeit in Bayern.
In Sachsen ist die Wintergerstenernte zu 70 Prozent abgeschlossen.
© landpixel
Die Aussichten wie gut die Kipper der Bauern 2011 gefüllt sein werden, fallen für die bayerischen Landwirte jedoch unterdurchschnittlich aus. Schuld ist der ausbleibende Regen in den ersten Monaten des Jahres. "Weite Teile Frankens waren am stärksten von der Frühjahrstrockenheit betroffen", sagte Leonhard Keller, Getreidepräsident des Bayerischen Bauernverbandes. "Hier werden die Ertragsausfälle noch massiver ausfallen."
Unwetter, Trockenheit und Spätfröste
Aber auch in anderen bayerischen Regionen kam der Regen, der so wichtig
ist für die Entwicklung der Feldfrüchte und des Ertrags, viel zu spät.
Später Frost im Mai schränkte das Wachstum der Ackerkulturen zusätzlich
ein.
Kurz vor dem Erntebeginn haben letzte Woche starke Unwetter mit
Hagelschlag in Südbayern noch zusätzliche Ertragsausfälle verursacht.
Sorgenkinder Wintergerste und Raps
Besondere Sorgenkinder sind dieses Jahr Wintergerste und Raps: Hier
werden im ganzen Freistaat extreme Einbußen erwartet. Erste
Druschergebnisse bei Wintergerste bestätigen diese Prognosen. Zudem
erschwert der so genannte "Zwiewuchs" die Ernte. Bei Zwiewuchs bildet
die fast reife Pflanze neue Triebe; reife und grüne Körner stehen
zusammen am Halm. Das verzögert und erschwert das Dreschen, weil die
grünen, "nassen" Pflanzenteile die Maschinen verstopfen können.
Bei der
Sommergerste fürchten viele Landwirte, dass sich die Trockenheit
auch auf die Qualität der Ernte ausgewirkt hat. Aufgrund der niedrigen
Erträge und der hohen Stickstoff-Mineralisierung könnten die
Proteingehalte die Qualitätsvorgaben für
Braugerste nicht erfüllen.
"Bei
Weizen haben wir Ackerbauern noch die größte Hoffnung, dass zumindest
bei einem optimalen Reifungsprozess noch eine durchschnittliche Ernte
erzielt werden kann", so Keller. "Dies gilt aber nur für die Gebiete, in
denen der Weizen Anfang Juni nicht schon regelrecht verdorrt gewesen
ist", fügt er hinzu.
Über eine Million Hektar Getreide stehen zur Ernte an
Welche Mengen und Qualitäten die
Getreideernte 2011
bringen wird, so Keller, werde man erst wissen, wenn das Getreide
gewogen in der Scheune ist.
Insgesamt stehen in Bayern in den nächsten Wochen über eine Million
Hektar Getreide, etwa 140.000 Hektar Raps und rund 25.000 Hektar
Körnerleguminosen, also Eiweißpflanzen, wie Bohnen oder Lupinen, zur
Ernte an - Körnermais nicht eingerechnet.
Blick auf Deutschland: Ernteaussichten und Unwetterschäden
pd
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