Mittwoch, 23.05.2012
EU-Parlament: Mehr Geld gegen Bienensterben
Brüssel - Das EU-Parlament fordert von den zuständigen Stellen und Mitgliedsländern gezielte Maßnahmen für den Bienenschutz, wie die Erhöhung der Investitionen für die Erforschung neuer Arzneimitteln.
Das Bienensterben hat weitreichende Folgen für die die Umwelt und die Nahrungsmittelproduktion.
© Landpixel
Landwirte-Schulungen für die Verwendung von bienenfreundlichen Pflanzenschutzmitteln sollen ebenso unterstützt werden wie ähnliche Programme für Imker und Tierärzte zur Vorbeugung und Kontrolle von Krankheiten. Schließlich könne sich ein anschwellendes Bienensterben schwerwiegend auf Europas Lebensmittelproduktion und die Umweltstabilität auswirken, da die meisten Pflanzen von Bienen bestäubt werden, warnten die Parlamentarier am Dienstag während einer Plenartagung.
Die Abgeordneten fordern die Einrichtung nationaler Kontrollsysteme und harmonisierte Standards für Datensammlung auf EU-Ebene, die präziser über aktuelle Gesundheitsprobleme von Bienen informieren und einen besseren Vergleich erlauben. Die EU-Länder sollen ihre Forschung, Präventions- und Kontrollmaßnahmen bündeln und ihre Ergebnisse mit Labors, Bienenzüchtern, Landwirten und der Industrie teilen, um Überschneidungen zu vermeiden und eine höhere Wirksamkeit zu erzielen. Laut Entwurf sollen die Forschungsförderung auf EU-Ebene ebenso wie die Unterstützung von Diagnoselabors und Feldtests auf nationaler Ebene verstärkt werden.
Verbesserter Zugang zu neuen Arzneimitteln
Darüber hinaus sprachen sich die Abgeordneten für eine verbesserte
Genehmigung und Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln für Honigbienen
aus. Pharma-Konzerne sollen motiviert werden, neue Medikamente zu
entwickeln, beispielsweise für die Behandlung von Varroatose. Der
übersteigerte Gebrauch von Antibiotika soll aufgrund der Auswirkungen
auf die Qualität von Bienenprodukten und einer wachsenden
Antibiotikaresistenz jedoch vermieden werden. Zudem solle die
Kommission objektive Forschungen über die möglichen negativen
Auswirkungen von GVO-Kulturen auf die Gesundheit von Honigbienen
durchführen.
Importe überwachen
Strengere Kontrollen für importierte Produkte schlagen die
EU-Parlamentarier vor. Damit soll die Entwicklungen der Tiergesundheit
in Drittländern überwacht und die Einführung von exotischen
Bienenkrankheiten vermieden werden.
Geschätzte 84% der Pflanzenarten und 76% der Lebensmittelproduktion in
Europa sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig. Der Imkereisektor
dient mehr als 600.000 Bürgern der Europäischen Union als Haupt- oder
Nebeneinkommensquelle.
Die Resolution wurde mit 534 Stimmen dafür, 16 dagegen und 92
Enthaltungen angenommen.
aiz
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