Mittwoch, 23.05.2012
EU-Agrarrat kündigt strenge Kontrollen für "illegale Käfigeier" an
Brüssel - Ab Beginn des kommenden Jahres dürfen Eier nicht mehr in einfachen Käfigen produziert werden. Ländern, die noch nicht umgestellt haben, drohen Konsequenzen.
Am 1. Januar 2012 ist das EU-weite Käfighaltungsverbot in Kraft getreten, wurde allerdings in vielen EU-Ländern bisher ignoriert.
© Mühlhausen/landpixel
Zahlreiche EU-Staaten, darunter Italien und Polen, haben noch nicht umgestellt oder haben die Berichterstattungs-Frist zum aktuellen Stand der Hennenhaltung verabsäumt. Deshalb könnten Schätzungen zufolge ab Jahresbeginn rund 50 Mio. "illegale Käfigeier" pro Tag in der Europäischen Union auf den Markt kommen. EU-Gesundheitskommissar John Dalli hat Vertragsverletzungsverfahren gegen jene Länder angekündigt, die beim Verbot der konventionellen Käfighaltung bei Legehennen ab Anfang 2012 säumig sind, erklärte der österreichische Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich gegenüber der APA (Austria Presse Agentur) beim gestrigen Agrarministerrat in Brüssel. "Illegale Käfigeier" dürften nicht mehr ausgeführt werden und verarbeitete Produkte mit Eiern, wie Nudeln oder Mehlspeisen, sollten eine "klare Produktkennzeichnung" tragen, unterstrich der Minister.
Strengere Kontrollen angekündigt
Eine von der EU-Kommission angedachte Fristverlängerung für die
säumigen Mitgliedstaaten bis Ende Juli 2012 sei laut dem Berlakovich
vom Tisch. Wie lange die Umstellung in den restlichen EU-Staaten dauern
werde, sei nicht absehbar. Zum Beispiel habe Italien "keine Angaben"
über den benötigten Zeitraum gemacht. Um die Umstellung zu überprüfen,
werde die Kommission ab Jahresbeginn Inspektionen in den säumigen
Ländern durchführen.
Aigner besteht auf Käfigverbot
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse
Aigner verlangt, dass das vor
Langem beschlossene Käfigverbot in allen EU-Mitgliedstaaten unbedingt
eingehalten wird. "Ansonsten sind die Eier nicht verkehrsfähig, sie
dürfen nicht auf den Markt kommen und müssen eingezogen werden", warnte
Aigner in Brüssel vor einem EU-Agrarministerrat die Mitgliedsländer,
die nicht rechtzeitig mit der Umstellung fertig werden. Neben
Deutschland und Österreich sprachen sich im Agrarministerrat auch
Schweden, die Niederlande und einige baltische Länder für ein striktes
Vorgehen aus. Zuvor warb Dalli dagegen unter den Ministern für eine
Übergangsregel. Er wollte die Verarbeitung der Käfigeier für ein
weiteres halbes Jahr zulassen, ohne dass die Erzeugnisse den
Mitgliedstaat verlassen dürfen. Die Entscheidungsregeln für eine solche
Übereinkunft sind allerdings unklar.
"Aus Wettbewerbsgründen dürfen Käfigeier nicht vermarktet werden"
"Ich bin nicht dafür, dass Hühner gekeult oder Eier vernichtet
werden, aber aus Gründen des Wettbewerbs dürften Eier aus Käfigen nicht
vermarktet werden, zumal sich in Verarbeitungsprodukten über die
Herkunft und Legalität der Rohstoff kaum noch etwas aussagen lasse", so
der Ressortchef weiter. Außerdem kündigte er verstärkte Kontrollen
durch die Lebensmittelbehörden in Österreich an. Damit solle verhindert
werden, dass ausländische Käfigeier in der heimischen Gastronomie oder
Nahrungsmittelindustrie landen. Denn schließlich habe Österreich seine
Eiererzeugung bereits 2009 auf tierfreundlichere Systeme umgestellt, so
Berlakovich.
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aiz
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