Brüssel - Insgesmat haben nur fünf EU-Länder im Wirtschaftjahr 2010/11 ihre Milchquote überschritten. In der gesamten EU-27 wurde die Quote um 5,5 Prozent unterschritten.
Der Export von Milchprodukten bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau und liegt zumindest für die USA sogar über den Vorjahreswerten.
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In Deutschland wurde laut den vorläufigen Zahlen aus Brüssel eine Gesamtmenge nach Anpassung des Fettgehalts von 29.125.057 t angeliefert. Die verfügbare Quote von 29.329.947 t wurde damit um 0,7 Prozent (204.890 t) unterschritten.
In Österreich, Dänemark, die Niederlande, Luxemburg und Zypern lag die Liefermenge um 0,6 bis 1,4 Prozent über dem Erlaubten, weshalb hier Zusatzabgaben von insgesamt 55,5 Millionen Euro fällig werden. In der gesamten EU-27 wurde die Lieferquote jedoch um 5,5 Prozent unterschritten. In Rumänien und Bulgarien war die Anlieferung nur etwa halb so hoch wie die Quotenmenge. Auch die Milcherzeuger weiterer osteuropäischer EU-Mitgliedstaaten blieben weit unter der erlaubten Quote. Italien, das in den Vorjahren wiederholt zuviel Milch produziert hatte, liegt diesmal um 2,4 Prozent unter der Quote.
EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos machte heute darauf aufmerksam, dass die Regeln einzuhalten seien, auch wenn das Quotensystem 2015 auslaufen werde.
Im Zuge der Beschlüsse aufgrund des GAP-Gesundheits-Checks im Jahr 2008 wurden die Quoten für Molkereianlieferungen 2010/11 bekanntlich um ein Prozent erhöht, sie beliefen sich damit auf rund 146 Millionen t. Die tatsächlichen fettkorrigierten Anlieferungen der europäischen Landwirte beliefen sich im abgelaufenen Quotenjahr auf knapp 138 Millionen t, somit wurden die Referenzmengen insgesamt um gut acht Millionen t unterschritten.
In den meisten Mitgliedsländern lagen die Anlieferungen 2010 spürbar
unter den Quoten, besonders trifft dies auf osteuropäische Staaten zu.
In fünf Ländern kam es zu Überschreitungen um insgesamt fast 200.000 t
(Österreich +0,7%, Dänemark +0,6%, Niederlande +1,2%, Luxemburg +1,3%,
Zypern +1,4%).
Die derzeitige EU-Regelung sieht bekanntlich vor, dass jeder Mitgliedstaat zwei Quoten erhält, eine für Lieferungen an Molkereien und eine für Direktverkäufe an Verbraucher (D-Quote). Diese Mengen werden in den Mitgliedstaaten auf die Erzeugerbetriebe aufgeteilt (einzelbetriebliche Referenzmenge). Die D-Quote von insgesamt rund 3,6 Millionen t wurde 2010/11 europaweit um 1,25 Mio. t unterschritten. Nur in zwei Mitgliedsländern - Dänemark und Niederlande - wurde diese Referenzmenge übertroffen, und zwar um insgesamt 2.000 t.
Wird Milch über die nationale Quote hinaus geliefert, muss der betreffende Mitgliedstaat bei den Erzeugern eine Zusatzabgabe erheben. Die Abgabe beläuft sich derzeit auf 27,83 Cent je kg Überschreitung. Die Mitgliedsländer teilen der Kommission jährlich bis Anfang September die Ergebnisse der Anwendung der Milchquotenregelung im vorangegangenen Zeitraum mit und müssen die Zusatzabgabe an die EU abführen.