Mittwoch, 23.05.2012
EU-Schweinemarkt: Knappes Angebot lässt Notierungen weiter anziehen
Berlin/Wien - Einheitlich anziehende Notierungen sind derzeit am EU-Schweinemarkt festzustellen.
Das Plus in Spanien (+3 Cent), Frankreich (+4 Cent), Österreich und Deutschland (+5 Cent) wird durchwegs mit einer spürbaren Verknappung des Schlachtschweineangebotes begründet. Auf Seiten des Fleischmarktes wird argumentiert, dass das Exportgeschäft Richtung Drittstaaten noch nicht auf dem Vorjahresniveau liegt. Demzufolge wäre die Umsetzung der gestiegenen Preise im Verkauf nicht friktionsfrei, wird betont.
Weiterhin stabile Preise erwartet
"Das knapper werdende Angebot in Europa dürfte die Folge
der schlechten wirtschaftlichen Lage der Ferkelerzeuger in den
vergangenen beiden Jahren sein. Positive Impulse erhält der Markt
weiterhin vom boomenden Drittlandsexport insbesondere nach Russland und
in die asiatischen Staaten", berichtet die Interessengemeinschaft der
Schweinehalter Deutschlands (ISN). Das aktuelle Preisniveau sei aus
Erzeugersicht erfreulich, "war aber lange überfällig, um die deutlich
gestiegenen Kosten zu decken", so die ISN. Angesichts der knappen
Marktversorgung dürften die gestiegenen Preise auf kurze Sicht auch bei
Industrie und Handel durchsetzbar sein. Daher erwarte man weiterhin
zumindest stabile Preise.
Österreich: Mastschweine-Notierung um 5 Cent angehoben
In Österreich sind Schlachtschweine zurzeit sehr gefragt, vereinzelt
müssen Partien vorgezogen werden. Dabei stützt sich die
positive Preisentwicklung primär auf die Angebotsverknappung und
weniger auf die Verhältnisse am Fleischmarkt. Die geringeren
Schlachtzahlen sollten jedoch rasch dazu beitragen, dass auch bei
Industrie und Handel Verständnis für höhere Preise einkehren wird. Vor
diesem Hintergrund wurde die Mastschweine-Notierung der
Österreichischen Schweinebörse um 5 Cent nach oben gesetzt, sie liegt
jetzt bei EUR 1,55 (Berechnungsbasis: EUR 1,45 je kg). "Derzeit
überwiegen die Anzeichen, dass auch in nächster Zeit Schweine sehr
gefragt sein werden. Preisveränderungen sollten sich demnach im Bereich
seitwärts bis aufwärts bewegen", kommentiert Johann Schlederer von der
Schweinebörse die Marktaussichten.
aiz
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