Mittwoch, 23.05.2012
Knappes Angebot: Preise steigen deutlich
Nach den jüngsten Preiseinbrüchen am EU-Schweinemarkt führt ein insgesamt eher knappes Angebot diese Woche wieder zu stabilen bis stark steigenden Notierungen.
Das derzeit knappe Angebot wirkt sich positiv auf die Preise aus.
© Mühlhausen / landpixel.de
Während Spanien, Frankreich und Dänemark gleichbleibend bis leicht positiv notierten, überrascht Deutschland mit einem unerwartet starken Anstieg von 9 Cent. Ein derartiges Hin und Her (minus 9 Cent vor zwei Wochen) lässt zunehmend europäische Experten an der Marktkonformität des deutschen Preisbildungssystems zweifeln. Aber auch in den Niederlanden wird ein Plus von knapp 9 Cent verzeichnet.
Schweine nicht ausreichend verfügbar
Derzeit bestimmt in Deutschland der Lebendmarkt mit dem knappen
Angebot das Preisgeschehen. "Aussagen der Schlachtunternehmen, dass die
Fleischgeschäfte nur unbefriedigend laufen, können angesichts der
stetigen Nachfrage nach Schlachtschweinen nicht nachvollzogen werden",
stellt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN)
fest. Aufgrund der knappen Versorgung dürfte es den Verarbeitern schnell
gelingen, die gestiegenen Einstandskosten an die folgende Stufe
weiterzugeben. "Anfang dieser Woche sind Schweine auch zum neuen Kurs
gut gefragt und nicht ausreichend verfügbar. Weitere Preissteigerungen
dürften die Folge sein", kommentiert die ISN die Marktlage.
EU-Schweinepreise 2011 um neun Prozent gestiegen
Die EU-Erzeugerpreise für Schlachtschweine sind 2011 im Mittel um 9,2 Prozent
auf 1,53 Euro je Kilo (kg) Schlachtgewicht gestiegen. Wie aus Daten der
EU-Kommission hervorgeht, erlösten die Mäster damit im Schnitt 13 Cent
je kg mehr als im Vorjahr und nur einige Cent weniger im Vergleich zum
Spitzenwert 2008, als hohe Futtermittelkosten ebenfalls zu
überdurchschnittlichen Notierungen geführt hatten, berichtet "Agra
Europe". Für feste Preise sorgten 2011 auch boomende Drittlandsexporte
von Schweinefleisch, für die ein Rekordergebnis als wahrscheinlich gilt.
aiz
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