Der ehemalige Geschäftsführer der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP), Ralf Goessler, hat Schweinehalter aufgefordert, ihre Preise an der Eurex abzusichern.
Der Futtermittelverbrauch unterscheidet sich bei Sauen und Kastraten.
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"Wer sich jetzt nicht aufschwingt und einen Teil seiner Schweine über den Schweinekontrakt an der Eurex absichert, wird unnötige Verluste einstecken müssen", warnte Goessler bei einer Tagung der Europäischen Warenterminbörsen Beratungs (EWB) AG in Bremen. Nur der DAX sei in diesem Jahr mit 48 Prozent stärker geschwankt als die Preise am Schweinemarkt mit 44 Prozent. Es sei ihm unverständlich, warum insbesondere seitens der Mäster nicht mehr Druck auf Händler und Schlachter ausgeübt werde, sich selbst an der Eurex abzusichern und zukünftig Börsenkurse als Grundlage für die Abrechnungen heranzuziehen, erklärte Goessler.
Was fehle, sei die Bündelung der Kräfte, um am Schweine- und
Fleischmarkt die verkrusteten Strukturen aufzubrechen.
Der Getreidebereich mache es vor. Mittlerweile sicherten fast 60 Prozent der
landwirtschaftlichen Betriebe Teile ihrer Ernte ab.
Marktposition durch Börsen stärken
Der frühere
ZMP-Geschäftsführer sagte, er wünsche sich, dass die EWB AG zukünftig
als Beratungsunternehmen fungiere. Sie solle nicht nur auf die Vorteile
des Terminhandels hinweisen, sondern klare Handlungsparameter aufzeigen,
so dass jeder Betrieb seine eigene Marktposition durch Orientierung an
den Börsenpreis stärken könne. Auf dem Schweinemarkt sollten hohe
Transaktionskosten, verursacht durch mühsame Vertragsgestaltungen und
eine intransparente Maskenvielfalt, der Vergangenheit angehören.
Die
Verbindung von Waren- und Futuregeschäften mache nervenaufreibende
Preisdiskussionen unnötig. Die Bedingungen für eine gute Vermarktung und
eine planbare Beschaffung der Waren würden verbessert. Das schaffe
Vertrauen, was wiederum die Produktion von hochwertigem Qualitätsfleisch
fördere, so Agra-Europe.
Eurokrise wirkt sich auch auf Schweinemarkt aus
Es gehe also nicht nur um Risikomanagement im engeren Sinne. Sich
rechtzeitig aufzustellen, halte er auch vor dem Hintergrund der
derzeitigen Eurokrise für geboten, sagte Goessler. Durch die Misere
vieler Euroländer werde die vorteilhafte Situation Deutschlands immer
klarer. Man könne aber davon ausgehen, dass durch die
Harmonisierungsbestrebungen der EU-Kommission im wirtschaftlichen und
sozialrechtlichen Bereich sowie aufgrund der in Deutschland
stattfindenden Diskussion über den Mindestlohn viele bestehende
Strukturen unter Druck gerieten.
Mehr Informationen zur Preisentwicklung am Schweinemarkt erhalten Sie auch in unserer Rubrik Märkte und Preise ...