Samstag, 04.02.2012
Europäische Biolandwirtschaft wächst
Der ökologische Landbau gewinnt in Europa weiter an Boden. Das geht aus einer neuen Studie der Europäischen Kommission hervor. Danach wurde die Fläche unter ökologischer Bewirtschaftung von 2000 bis 2008 EU-weit um 3,2 Mio. Hektar auf 7,6 Mio. Hektar ausgeweitet. Deutschland lag 2008 mit 0,9 Mio. Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche auf dem dritten Rang, hinter Spanien mit 1,1 Mio. Hektar und Italien mit 1,0 Mio. Hektar. Zusammen mit Großbritannien und Frankreich, wo 0,72 Mio. Hektar beziehungsweise 0,58 Mio. Hektar dem Biolandbau zufielen, vereinigten diese Länder einen Anteil von 56,8 Prozent der ökologisch bewirtschafteten Fläche in der EU auf sich.
Unter dem Strich nutzten die rund 197.000 Biobauern zuletzt 4,3 Prozent der gesamten agrarischen Nutzfläche der EU. Ihr Anteil an der Zahl der Betriebe betrug 1,4 Prozent. Besonders hoch ist ihre Bedeutung on Österreich: Dort bewirtschaften Ökolandwirte 15,5 Prozent der Nutzfläche und stellen 12,2 Prozent der Betriebe. Ferner geht aus der Studie hervor, dass Biohöfe in der EU-27 mit 38 Hektar um durchschnittlich 25 Hektar größer sind als konventionelle Betriebe. Aufgrund des Schwerpunkts auf extensiver Tierhaltung bewirtschaften sie mehr Wiesen und Weiden. Der Anteil von Dauergrünland an der gesamten ökologisch bewirtschafteten Fläche betrug 47,1 Prozent, gegenüber 30,3 Prozent im übrigen Agrarbereich.
Besonders schnell wuchsen die Biobestände von Rindern, Schafen und Ziegen. Für Ökobetriebe haben diese Tiere Vorteile gegenüber Schweinen und Geflügel, die viel Getreide und Eiweißfutter benötigen. Im Jahr 2007 stammten 3 Prozent der Rinder in der EU aus ökologischer Produktion, bei Schafen und Ziegen betrug der Anteil 3,5 Prozent beziehungsweise 5 Prozent. Deutschland hatte die meisten Bioschweine, nämlich 0,85 Millionen, aber auch bei Biorindern gehörte Deutschland mit 2,4 Millionen Tieren neben Österreich, Großbritannien und Italien zur Spitze in Europa. Gleichzeitig waren deutsche Biobauern neben ihren italienischen Kollegen die größten Produzenten von Biogetreide. Laut Kommission erhielten Ökolandwirte insgesamt höhere Beihilfen als andere Betriebe, nämlich 438 Euro/ha gegenüber 355 Euro/ha in der EU-15 und 324 Euro/ha gegenüber 225 Euro/ha in den neuen Mitgliedstaaten.
Sie können diesen Artikel kommentieren und mit agrarheute.com-Lesern und der Redaktion über das Thema diskutieren. Geben Sie hier Ihren Kommentar ein: