Mittwoch, 23.05.2012
Europäischer Schweinemarkt: Großes Angebot und hohe Kosten
Die Schweinehalter in Deutschland und Europa stehen mit dem Rücken zur Wand. Hohe Futter- und Energiekosten dürcken auf die Margen, das Exportwachstum reicht nicht für steigende Preise aus.
In den führenden Produktionsländern blieben die Schweinepreise unverändert.
© Mühlhausen/landpixel
Ein deutlich gewachsenes Angebot begrenzt in den wichtigsten europäischen Erzeugerländern das Preis- und Erlöspotential. Zwar konnten auch die Europäer von der sehr guten Nachfrage am Weltmarkt profitieren und ihre Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent steigern. Jedoch reicht das Exportwachstum nicht aus, um die Preise am Binnenmarkt weiter nach oben zu ziehen, denn die Produktion hat 2011 noch stärker zugenommen als erwartet.
Ferkelpreise auf sehr niedrigem Niveau
Europäischer Schweinemarkt: Großes Angebot und hohe Kosten
Eine Ursache dieses zusätzlichen Angebotszuwachses ist das ökonomisch
bedingte Ausscheiden von Schweinehaltern aus der Produktion. Stärker
noch als die Mast ist von diesem Prozess die Ferkelerzeugung betroffen,
denn die sich im Jahresverlauf abschwächende Nachfrage der Mäster hält
die Ferkelpreise trotz hoher Futterkosten auf sehr niedrigem Niveau. Das
Ergebnis war ein regelrechter Einbruch in der Sauenbelegung.
Gleichzeitig wurden die Zuchtschweinebestände in vielen Ländern (auch in
Deutschland)reduziert.
Die EU-Kommission rechnet wegen dieser
Entwicklung ab dem 2. Quartal 2012 mit einem Rückgang der
EU-Produktion.
Eine ausführliche Analyse zum europäischen
Schweinemarkt ist in der aktuellen Ausgabe der Neuen Landwirtschaft,
Heft 11/2011 zu finden.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.