Mittwoch, 23.05.2012
Starker Export stützt die Preise
Die Schweinepreise in der EU haben im November überraschend deutlich zugelegt, nachdem die Notierungen in den meisten großen Erzeugerländern seit Monaten stagnierten.
Starker Export stützt die Preise
In Deutschland und den Nachbarländern kletterten die Notierungen im Schnitt um fünf Ct/kg. Im Vergleich zum November des letzten Jahres kosteten Schlachtweine in der EU sogar 22 Ct/kg mehr.
Auch am Weltmarkt haben sich die Preise nach einer Schwäche im September wieder befestigt. Ursache ist offenbar die erneut anziehende Exportnachfrage. Insbesondere China hat wegen der kräftig gestiegenen Inlandspreise
offensichtlich wieder mehr Ware importiert und damit den internationalen
Handel belebt. Immerhin kostete Schweinefleisch die chinesischen
Verbraucher wegen des knappen Angebots zuletzt 26 Prozent mehr als im Vorjahr
und die Regierung versucht mit den zusätzlichen Importen die Inflation
einzudämmen.
Preise in den USA relativ hoch
Die jüngste Belebung der Exportnachfrage schlägt sich auch in der
Preisentwicklung der stark exportorientierten US-Amerikaner wider. Dort
zogen die Preise nach zwischenzeitlicher Schwäche erneut an und
pendelten zuletzt auf einem sehr hohen Niveau zwischen 1,95 und 2,05
USD/kg SG. Am US-Terminmarkt geht man für die kommenden Monate sogar von
weiter steigenden Preisen aus.
Auch für Amerikaner ist China in diesem
Jahr zu einem der wichtigsten Exportmärkte geworden. Die US-Exporte ins
Reich der Mitte haben sich von Januar bis September fast verfünffacht.
Am europäischen Terminmarkt ist man derzeit etwas weniger optimistisch
und rechnet spätestens zum Jahresbeginn mit einem relativ deutlichen
Preisrückgang. Derzeit liegt die Preiserwartung für den Januar bei knapp
1,52 Euro/kg SG und für den Februar bei 1,54 Euro/kg SG und damit gut
10 Ct unter den aktuellen Preisen.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
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