Bei strahlendem Sonnenschein startete heute die Biogas-Tour des Fachverbandes Biogas e. V. auf dem Bonner Münsterplatz. Vom 27. April bis 1. Mai 2010 fährt der Fachverband mit seinem knallgelben Velomobil durch NRW, um Politik, Wirtschaft und Bürger über die vielfältigen Vorzüge der Biogasnutzung zu informieren. Zum offiziellen Auftakt waren MdB Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen), MdB Dr. Michael Paul (CDU), MdB Ulrich Kelber (SPD), Benedikt Hauser (Landtagskandidat, CDU) sowie der Bonner Bürgermeister Horst Naaß (SPD) und Stadtrat Wolfgang Maiwaldt (CDU) gekommen, um den Tourkonvoi gemeinsam auf die Reise zu schicken.
“Wir wollen den Menschen in Nordrhein-Westfalen zeigen, was Biogas kann“, erläutert Dr. Claudius da Costa Gomez, Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, das Tourkonzept anlässlich der Pressekonferenz zum Tourauftakt. Das Multitalent kann für die Strom- und Wärmeversorgung, zur Einspeisung in Erdgasnetze und auch für den Antrieb von Fahrzeugen genutzt werden. Biogas schafft Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum. “Das einstige Energieland Nordrhein-Westfalen hat hier noch großen Nachholbedarf“, betont Claudius da Costa Gomez. Derzeit liegt NRW im Bundesvergleich bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien nur auf Platz 12. Die Biogas-Tour soll dazu beitragen, die Potenziale von Erneuerbaren Energien in NRW bekannt zu machen und vor allem die Erschließung von Biogas anzuregen.
In Deutschland deckt Biogas schon heute zehn Prozent des Stromverbrauchs aller Haushalte. Laut Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverbandes Biogas, hat die Biogas-Branche bundesweit mittlerweile 16.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze geschaffen. “Biogas wird immer mehr zu einem wichtigen Standbein für die Landwirtschaft und sichert das Überleben der landwirtschaftlichen Betriebe. Gerade im drittgrößten deutschen Agrarland NRW sollten Landwirte diese Chance nutzen“, forderte Josef Pellmeyer. Zudem trägt die Biogas-Nutzung zu einer Reduktion der Treibhausemissionen bei: im Jahr 2009 waren das rund zehn Millionen Tonnen CO2.
Ein besonderes Augenmerk der Tour gilt der hohen Effizienz von Biogasanlagen. Durch die Kombination von Stromerzeugung und lokalen Wärmekonzepten kann ein hoher Teil der erzeugten Energie genutzt werden. Beispielhaft zeigen dies die während der Tour besuchten Biogasanlagen in Euskirchen, Neuss, Schloss Wissen sowie in Sunderhook, wo eine Bio-Molkerei über eine lokale Wärmeleitung mit Energie versorgt wird.