Wetterdienst, Warenterminbörse oder Ersatzteilbestellung. Welche Internet-Anwendungen nutzen Landwirte und ihre Familien? agrarheute.com fragt nach.
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© Mühlhausen/landpixel
Gerlinde Minkel, 34281Gudensberg-Dissen/Hessen
"An meinem Arbeitsplatz ist ein Arbeiten ohne Internet nicht mehr vorstellbar, denn der größte Teil der Informationen kommt über den Bildschirm. E-Mails haben weitgehend den Briefverkehr ersetzt und die schnelle Verfügbarkeit aktueller Information ist ein wesentliches Kriterium. Das interne Netzwerk (Intranet) ergänzt das world wide web und zusammen sind diese beiden Säulen die Hauptinformationsquellen, ohne die kaum noch Entscheidungen getroffen oder Verträge abgeschlossen werden. Der Blick auf Börsen und Notierungen oder jüngste politische Entwicklungen ist genauso selbstverständlich wie die Übersetzung eines englischen oder französischen Textes mit Hilfe z.B. der Google-Übersetzungshilfe.
Man erwartet von uns, dass aktuelle Informationen punktgenau verwertbar zur Verfügung stehen, das ist fast nur mit Internetnutzung möglich. Dank der Zugriffe auf spezielle (und teure) Informationsportale z. B. für Gesetzestexte, weltweite Börsennotierungen oder durch den Zugriff auf exklusive Mitgliedsseiten sammele ich Informationen, die für wettbewerbsfähige Verträge entscheidend sein können. Auf unserem Betrieb haben wir Newsletter abonniert, die bisher aber noch nicht die Fachzeitschriften verdrängen konnten.
Wir nutzen die Agrarwettervorhersagen und sind auch bei Preisvergleichen gerne im Internet unterwegs. Für meinen Mann bietet das Internet die Möglichkeit außerhalb der Geschäftszeiten Anfragen und E-Mails zu beantworten und so das 'Hinterher-Telefonieren' für beide Seiten einzugrenzen. Ein Blick in landwirtschaftliche Fachportale ist immer mal drin, allerdings öffne ich die Seiten relativ selektiv und nutze dieses Medium nicht als Ersatz für eine Fachzeitschrift oder die Tageszeitung. Der E-Mail-Verkehr kann in der Hochsaison den Faxverkehr nicht ersetzen, mal eben eine Mitteilung aufs Fax gelegt ist beim Berufskollegen meist genauso schnell am Ziel.
GPS hat zwar auf dem Schlepper Einzug gehalten, aber noch kommen wir ohne Blackberry klar und die Emails werden nicht während des Ackerns auf dem Schlepper abgerufen, aber wer weiß wie lange noch… Wenn wir mit unserem Ferienhof-Angebot starten, wird das Internet im Betrieb weiter an Bedeutung gewinnen, denn die Gäste im Landtourismus informieren und buchen sehr stark über das Internet, vor allem in Regionen die abseits der großen Feriengebiete liegen."
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Helmut Werner, 71149 Bondorf/Baden-Württemberg
"Ich nutze täglich die Wettervorhersage im Internet, in der Spritzsaison
bei ungünstigen Wetterverhältnissen das Regenradar sogar mehrmals am
Tag. Daneben nutze ich die
Warenterminbörse sowie die Obstnotierung im
Vermarktungszeitraum. Ein weiterer täglicher Bürobegleiter ist der
E-Mail-Posteingang. Bei Bedarf sehe ich mir die Pflanzenschutzhinweise
und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln wie Wirkungsspektrum,
Stärken, Schwächen, Lücken sowie Versuchsergebnisse im Internet an.
Wichtig ist für mich auch die aktuelle Zulassungssituation von
Pflanzenschutzmittel im Sonderkulturbereich (Hauptzulassung, Genehmigung
nach §18a, §18b oder §11). Weitere Internet-Informationsquellen sind
die Verbandsinformationen von LVEO, VSSE und das Südzuckerportal, der
Gebrauchtmaschinenmarkt, Anbau- und Sorteninformationen.
Ebenso nutze ich das www für den Einkauf von Betriebsmitteln und
Ersatzeilen. Jeden Monat gebe ich die Lohnmeldung an die
Sozialversicherung (Dakota, Elena) ab wie auch die papierlose
Datenübermittlung an Steuerberater über das Internet geschieht. Was ich
nicht nutze sind Communities, Chatrooms und das Online Banking."
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Horst Sandbühler, 76703 Kraichtal/Baden-Württemberg
"Ich nutze das Internet vor allem für betriebliche Dinge und
verfolge das Marktgeschehen an der Warenterminbörse, um mir eine
Preisorientierung und einen Überblick über Trends zu verschaffen. Ich
bestelle auch Ersatzteile beim Großhändler oder kaufe Werkstattbedarf im
www. Gute Erfahrung habe ich mit der Gebrauchtmaschinensuche gemacht,
ich bin dann auch schon einmal nach Holland gefahren, um eine
Maissämaschine zu kaufen. Auch Wetter.de gehört zu meinen
Informationsquellen, hier schaue ich vor allem nach dem idealen
Zeitfenster für die Pflanzenschutzmaßnahmen.
Das Internet wird zwar die Fachzeitschrift nicht verdrängen, die
gedruckte Ausgabe lese ich intensiver, aber aktuelle Aussagen und
Nachrichten verfolge ich durchaus in Portalen wie agrarheute.com oder
topagrar.com. Nicht zuletzt nutze ich das Internet für den
E-Mail-Schriftverkehr und das Online-Banking, mit dem ich mein ganzes
Bankgeschäft mache."
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