Mittwoch, 23.05.2012
So sieht's draußen aus - unterwegs mit zwei Landwirten
München - Dieses Frühjahr können die Landwirte in Bayern mit der Entwicklung auf ihren Äckern zufrieden sein. Zwei Bauern sprechen über ihren Anbau.
Andreas Hatzl führt einen Biobetrieb, der auf Kartoffeln spezialisiert ist.
© Julia Zwingmann
"Zur Zeit ist es stressig auf dem Hof", sagt Biobauer Andreas Hatzl aus Esting im Landkreis Fürstenfeldbruck. "Momentan sind wir am Spätkartoffeln pflanzen", erklärt er und blickt dabei auf ein mit Vlies bedecktes Ackerfeld, auf dem bereits die ersten Frühkartoffeln auflaufen. Dieses Jahr sei es mit dem
Ackerbau relativ zeitig losgegangen. Bereits Anfang März habe er neben den Frühkartoffeln Sommergetreide, Erbsen und Ackerbohnen gepflanzt.
"Wenn die Vegetation so bleibt, kann Anfang Juni schon die erste Frühkartoffel geerntet werden", sagt der junge Landwirt, während er die ersten grünen Triebe, die aus der Erde kommen, begutachtet. Wenn unerwartet noch einmal Frost käme, wären die Kartoffeln durch das starke Vlies geschützt. "Da drunter halten die bis zu zweieinhalb Grad minus aus", so der Biobauer.
Andreas Hatzl: Biobauer aus Überzeugung
Aber warum Bio? Darauf hat Andreas Hatzl eine klare Antwort: "Man
ist irgendwann jedes Jahr einmal mehr mit der Spritze übers Feld
gefahren und mir hat das so nicht mehr gefallen." Nach den ersten
positiven Erfahrungen mit einem ungespritzten Anbau habe er dann 1999
seinen ganzen Betrieb auf Bio umgestellt. "Ich bin sehr zufrieden, wie
es seitdem läuft", freut sich der Landwirt, dem heute ein 150 Hektar
großer Betrieb gehört. Man merkt, dass der junge Biobauer mit Spaß bei
der Arbeit ist. "Der Beruf ist abwechslungsreich und man hat mit Leuten,
Natur und Maschinen zu tun", sagt Andreas Hatzl mit einem Lächeln.
Josef Wörl: 'Es schaut gut aus auf den Feldern'
Auch
Landwirt Josef Wörl aus Galgen - einem Dorf, das lediglich aus
vier Bauernhöfen besteht - hat bereits gesät. Der Winterweizen wurde
schon vergangenen Oktober gepflanzt und seit 20. März wachsen auch die
Sommergerste und
Zuckerrüben auf seinen Äckern. Noch ist nicht viel zu
sehen. Um die winzigen ersten Triebe der Zuckerrübe zu erkennen, muss
man schon ganz genau hinsehen. "Aber bis jetzt schaut’s gut aus auf
den Feldern", sagt Josef Wörl zufrieden, der nebenbei noch 130
Jungbullen und 30 Kälber auf seinem Hof hat. "Die kosten mich die meiste
Arbeit", erklärt er und wirft einen Blick in den großen Stall. Dreimal
täglich müsse er sich um die Tiere kümmern. Zusammen mit seiner Frau
stemme er fast die ganze Arbeit auf dem 55 Hektar großen Betrieb allein.
Auf die Frage, wie er zur Landwirtschaft gekommen sei, antwortet er
trocken: "Ich bin gar nicht gefragt worden. Der älteste Sohn übernimmt
den Hof". Dennoch machen auch ihn die Erfolgserlebnisse seiner Arbeit
glücklich. Nachdem die ältere seiner beiden Töchter bereits einen
anderen Weg eingeschlagen hat, ruht seine Hoffnung jetzt auf der
Jüngeren. "Es wäre schön, wenn sie den Hof irgendwann übernehmen und die
Tradition fortführen würde", sagt Josef Wörl, bevor er zu seiner Frau
ins Haus geht.
Sind Sie auch mit der Entwicklung auf Ihrem Acker zufrieden? Dann laden
Sie doch auf landlive.de Ihre Fotos hoch.
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So sieht's draußen aus - unterwegs mit zwei Landwirten (12.04.2011)
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