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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Landtechnik » Spezielles » Fertigungsautomation ]
Donnerstag, 24.05.2012
Spezielles | 28.10.2011 Redaktion Agrartechnik

Mit Bustechnik Boden gutmachen

Um die hohen Anforderungen der Kunden an die Maschinen zu erfüllen, hat die Väderstad-Verken AB in Schweden ihre Produktion optimiert.
Bei der Produktion von Eggen für die landwirtschaftliche Bodenbearbeitung im Väderstad-Werk in Schweden haben
die Verantwortlichen auf ein Gesamtkonzept nach dem Vorbild Totally Integrated Automation (TIA) gesetzt.© Werkbild
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Bei der Produktion von Eggen für die landwirtschaftliche Bodenbearbeitung im Väderstad-Werk in Schweden haben die Verantwortlichen auf ein Gesamtkonzept nach dem Vorbild Totally Integrated Automation (TIA) gesetzt.
© Werkbild
Beginnt die Saatzeit, haben Landwirte einen Rund-um-die- Uhr-Job. Allein die Vorbereitung der Böden nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Dies geschieht mit Ackerschleppen, wie sie der Landwirt Rune Stark aus Väderstad in Östergötland, einem kleinen Ort zwischen Mjölby und Ödeshög, in den 1960er Jahren entwickelte. Heute werden solche Eggen, die es in unterschiedlichsten Ausprägungen gibt, nach industriellen Methoden gefertigt. Mittlerweile gehört die Firma Väderstad zu den bekannten Herstellern von landwirtschaftlichen Maschinen in Europa.
 
Um die Anforderungen des Markts erfüllen zu können, waren kontinuierliche Produktionssteigerungen unausweichlich. Aus der früheren manuellen Fertigung der Eggen ist mittlerweile eine automatisierte Produktion entstanden. Im Bereich der Teilevorbereitung wurde zum Beispiel in eine neue Produktionshalle investiert, die einen hohen Automatisierungsgrad aufweist. Im Gegensatz zu früher, als die vielen benötigten Rohre per Hand abgelängt und den einzelnen Aufträgen zugeordnet wurden, entscheiden heute Roboter und Materialflussrechner über den optimalen Prozess.

Busbasierte Sicherheitstechnik für eine komplexe Automatisierung

In einer derart hoch automatisierten Verknüpfung von Arbeitsschritten - vom Zuordnen und Ablängen des Rohmaterials über Zwischenlager bis hin zum Schweißen und Lackieren - spielt Sicherheit eine wesentliche Rolle. Um die hohe Komplexität der Automatisierung im neuen Väderstad-Werk sicherheitstechnisch mit einem technisch und wirtschaftlich sinnvollen Aufwand realisieren zu können, entschlossen sich die Verantwortlichen beim Landmaschinenhersteller zusammen mit dem Ausrüster Hestra Automation für eine busbasierte Sicherheitstechnik. Der große Vorteil dabei sei, dass unterschiedlichste Überwachungsszenarien und Abschaltroutinen vergleichsweise einfach zu programmieren sind. Dabei durchzieht die gesamte Produktion ein Netz aus ASIsafe und Profisafe, über das Standard- und Sicherheitskommunikation laufen.
 
Busbasierte Automatisierungskomponenten mit Safety In tegrated, wie die fehlersichere Steuerung Simatic S7-400F, Sinamics- Antriebe oder die Sirius-Positions schalter 3SE5 mit Zuhaltung (alle von Siemens), sichern die wesentlichen Gefahrenquellen ab. Ein Beispiel für die Sicherung der Produktionsprozesse: Für den automatischen Transport der abgelängten Metallrohre setzt man Lagerungsgestelle ein. Diese Gestelle werden entsprechend den Aufträgen von einem Roboter bestückt. Die Rohre kommen von zwei Rohrlasermaschinen, die die Profile schneiden. Ein Kran führt die so zusammengestellten Garnituren zu einem Lager, wo sie sortiert und zwischengelagert werden. Erst danach geht es zum Schweißen. Die fehlersicheren Positionsschalter mit elektromagnetischer Zuhaltung sichern die Arbeitsräume.

Mit Positionsschaltern die Arbeitsräume absichern

Um die Sirius-Positionsschalter möglichst einfach in das busbasierte Sicherheitskonzept integrieren zu können, gibt es eine eigene ASIsafe-Lösung, bei der das sicherheitsgerichtete Modul bereits integriert ist. Das verringere die Belastung der Datenleitung enorm. Außerdem betrage die maximale Stromaufnahme des Magneten lediglich 170 mA. Für die manuelle Bedienung bestimmter Automatisierungsbereiche sind außen am Schutzzaun separate Bedienelemente des Typs Sirius 3SB3 von Siemens mit entsprechenden Befehlsgeräten angebracht. Auch diese sind über ASIsafe mit der übergeordneten Steuerung verbunden und damit einfach in das Sicherheitskonzept eingebunden.

Direkt oder indirekt angeschlossene Sicherheitstechnik

Ein Vorteil bei dieser Art von Sicherheitskonzept ist, dass Komponenten über AS-Interface an einen anderen Automatisierungsbus, wie etwa Profibus, angeschlossen werden können. Dies geschieht mithilfe eines sicheren DP/AS-i F-Link, der die sicherheitsrelevanten Daten an die fehlersichere Siemens-Steuerung übermittelt. Entsprechend einfach und übersichtlich wird die Topologie der Sicherheitstechnik, die sich in das gesamte Automatisierungskonzept der Produktion einbettet. Dank der Durchgängigkeit von Safety- Integrated-Komponenten laufen sichere und nichtsichere Daten auf den gleichen Bussystemen. Jederzeit ist daher eine Diagnose möglich und spare dabei viel Zeit bei der Behebung von Fehlern und Stillständen in der Anlage. Um in einer Gefahrensituation den gewünschten sicheren Zustand der Anlage beziehungsweise bestimmter Anlagenteile auf der Aktorseite zuverlässig herbeiführen zu können, entschieden sich die Verantwortlichen im neuen Produktionswerk bei Väderstad auch für fehlersichere Frequenzumrichter von Siemens.

Aktorik mit integrierten Sicherheitsfunktionen

Die dezentralen Frequenzumrichter Sinamics G120D können aufgrund ihrer hohen Schutzart IP65 direkt vor Ort eingesetzt werden, was vor allem für die Fördertechnik Vorteile bringe. Um auch hier im Notfall einen schnellen Stopp ausführen zu können, besitzen diese Geräte im Väderstad- Werk integrierte Sicherheitsfunktionen wie Safe Torque Off (STO), Safe Stop 1 (SS1) und Safely Limited Speed (SLS) nach EN 60204. Diese können direkt von der fehlersicheren Steuerung aktiviert werden, ohne dass ein zusätzlicher Geber notwendig wäre.
 
Für anspruchsvollere Positionieraufgaben kommen im schwedischen Werk die High- Performance-Umrichter aus dem Systembaukasten Sinamics S120 mit integrierten Sicherheitsfunktionen zum Einsatz. Diese sind gemäß EN 954-1 Kat. 3, IEC 61508 SIL 2 sowie ISO 13849-1 PL d zertifiziert. Um im Einrichtbetrieb für das Bedienpersonal ein Maximum an Sicherheit zu erreichen, gibt es bei diesen Umrichtern zusätzlich zu Safe Torque Off (STO) und Safely Limited Speed (SLS) noch die Sicherheitsfunktionalitäten Safe Operation Stop (SOS), Safe Stop 1 und 2 (SS1, SS2), Safe Direction (SDI) und Safe Speed Monitor (SSM). Diese erlauben die zuverlässige Überwachung des Antriebs im Betrieb oder beim Auftreten vorübergehender Aus nahmesituationen. Die Lageregelung bleibt dabei in der Regel aktiv, was be deutet, dass der Antrieb nach Beendigung der Ausnahmesi tuation sofort wieder in den Echtbetrieb gehen kann.

Durchgängige Sicherheitstechnik vereinfacht vieles

Totally Integrated Automation (TIA) hat im neuen Väderstad- Produktionswerk bewiesen, dass sich komplexe Automatisierungsanlagen übersichtlich aufbauen lassen. Durch das busbasierte Zusammenwirken auf Basis von AS-Interface, Profibus und Profinet konnte der Landmaschinenhersteller einen Rationalisierungsgrad erreichen, der die eigene Wirtschaftlichkeit stärkt. Einen we sentlichen Anteil daran hat die integrierte Sicherheitstechnik, die dort die gleiche Plattform nutzt wie die gesamte Anlagenautomatisierung. Die moderne Automatisierung mit busbasierter Sicherheitstechnik macht so auch in der Landwirtschaft viel Boden gut.
rk
Fachbeitrag zum Thema:
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Keywords Aktorik | Automatisierungslösungen | Bustechnik | Eggen | Fertigungsautomation | Landtechnik | Landtechnikhersteller | Roboter | Sicherheitskonzept | Sicherheitstechnik | Väderstad
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