Donnerstag, 24.05.2012
USA: Maisanbau auf Rekordniveau erwartet
Verschiedene Analysten und eine Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums kommen zu dem selben Schluss: In der neuen Saison werden die wichtigsten Ackerkulturen auf erheblich mehr Fläche angebaut.
Polen will den Anbau von MON810 künftig verbieten. Zur Begründung beruft sich das Land auf das so genannte 'Honigurteil' des Europäischen Gerichtshofs.
© marshi/aboutpixel.de
Veränderungen beim US-Anbau sind von beträchtlicher Bedeutung für den Weltmarkt, denn das Land ist der größte Exporteur von Mais und Weizen und auch bei Soja. Immerhin beträgt der US-Anteil am Welthandel in diesem Jahr bei Weizen etwa 18 Prozent, bei Mais 45 Prozent (%) und bei Sojabohnen 38 %.
Größte Maisfläche seit fast 70 Jahren
USA: Maisanbau auf Rekordniveau erwartet
Eine kräftige Anbauexpansion planen die US-Farmer im kommenden Frühjahr
beim Mais. Bisherige Schätzungen gehen von einem Zuwachs gegenüber dem
Vorjahr von 2,3 % auf 94 Millionen Acres, beziehungsweise rund 38 Millionen Hektar (Mio ha) aus. Dies wäre
die größte Mais-Anbaufläche seit dem zweiten Weltkrieg.
Dabei geht die
Anbauausweitung zumindest kurzfristig zu Lasten von Soja, der
wirtschaftlich in diesem Jahr nicht so attraktiv ist wie Mais. Ursache
für die hohe Wettbewerbsfähigkeit des Mais sind neben der robusten
Nachfrage der Ethanolindustrie auch die sehr guten Exportmöglichkeiten.
In diesem Jahr dürfte etwa 35 % der Erntemenge für die Herstellung von
Ethanol verbraucht werden und rund 13 % des US-Mais fließen auf dem
Weltmarkt.
Weizenanbau wächst um fast vier Prozent
Bei Weizen rechnet das USDA in seiner Prognose für 2012/13 mit einer
Gesamtanbaufläche von 56,5 Mio. Arces oder 22,9 Mio. ha. Im Vergleich
zum Vorjahr wäre dies eine Flächenausweitung von 3,9 %. Auf einer
ähnlich großen Fläche haben die US-Farmer zuletzt 2008 und 1998 Weizen
angebaut.
Allein bei Winterweizen nimmt die Anbaufläche in diesem Jahr
nach den Daten des nationalen Statistik Service (NASS) um 3,2 % auf
41,9 Mio. Acres bzw. 16,98 Mio. ha zu. Private US-Analysten halten
wegen der hohen Preise sogar eine Ausweitung der Anbaufläche
(einschließlich Sommerweizen) um 5,2 % auf 57,2 Mio. Acres bzw. 23,2
Mio. ha für möglich. Fast 45 % des der US-Weizenproduktion werden
exportiert.
2012/13: Mehr Weizenanbau erwartet
Sojafläche geht etwas zurück
Von den wichtigsten Ackerkulturen könnte Soja im kommenden
Wirtschaftsjahr die einzige mit einem Flächenrückgang sein. Das USDA
erwartet eine Einschränkung des Anbaus um gut ein Prozent auf 74 Mio. Acres bzw.
29,9 Mio. ha. Im Vergleich zu 2010 wäre dies sogar ein Rückgang von
über drei Prozent. Private Analysten hatten zuvor allerdings eine im
Vorjahresvergleich fast gleichgroße Anbaufläche von 75,3 Mio. Acres
bzw. 30,5 Mio. ha geschätzt.
Ursache für den erwarteten
Flächenrückgang ist die im Vergleich höhere Wirtschaftlichkeit beim
Mais. In diesem Jahr werden rund 45 % der Sojabohnen exportiert,
größter Abnehmer ist China.
Rückläufige Preise erwartet
Bei den Preisen erwartet das USDA für das kommende Wirtschaftsjahr wegen
des größeren (globalen) Angebotes einen Rückgang. Dieser könnte beim
Mais etwa 25 Prozent betragen, bei Weizen 20 Prozent und bei Soja 13 Prozent. Bei den
übrigen wichtigen Ackerkulturen (Major Crops) rechnet das USDA bei
- Gerste (+ 23 %),
- Reis (+ 11 %) und
- Sorghum (+ 9 %) ebenfalls mit einer
Anbauausweitung.
Dagegen wird Fläche von Baumwolle (- 17 %) deutlich
reduziert, während der Anbau von Hafer stabil bleibt.
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