Donnerstag, 24.05.2012
Global Dairy Trade: Schwacher Start ins neue Jahr
An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (GlobalDairyTrade) haben die Auktionspreise in der ersten Handelsrunde des neuen Jahres nachgegeben. Allerdings fiel der Preisrückgang mit -0,7 Prozent ziemlich moderat aus.
Dairy Australia geht von einer relativ robusten globalen Nachfrage nach Milchprodukten aus.
© Mühlhausen/landpixel.de
Bei der letzten Auktion des alten Jahres waren die Preise bereits um -1,6 Prozent (%) zurückgegangen, nachdem es in den beiden Handelsrunden zuvor noch Preisaufschläge von jeweils
2,6 % gegeben hatte. Damit liegt das durchschnittliche Preisniveau aller sieben gehandelten Milchprodukte zu Beginn des neuen Jahres rund 23 Prozent unter der letzten Preisspitze vom Februar 2011 und etwa drei Prozent über dem letzten Tiefpreis vom Oktober 2011. Im Vergleich zum vorigen Jahr lagen die Preise Anfang Januar 2012 rund acht Prozent niedriger.
Buttermilchpulver teurer, Käse stabil
Global Dairy Trade: Schwacher Start ins neue Jahr
Wie schon bei den letzten beiden Auktionen waren die Preistrends nicht
bei allen Milchprodukten einheitlich. So zogen die Notierungen für
Buttermilchpulver auf der Auktion kräftig um 9,3 % an und auch die
Preise für Milchproteinkonzentrat (MPC70) legten um 2,3 % zu. Die
stärksten Preisabschläge mussten mit 5,1 % bzw. 4,0 % wasserfreies
Milchfett (AMF) und Kasein hinnehmen. Vergleichsweise moderat fiel der
Preisrückgang hingegen bei Magermilch- und Vollmilchpulver mit -0,6 %
und -0,8 % aus. Fast unverändert blieben auf der aktuellen Auktion die
Käsepreise (Cheddar).
Auch die Spotmarktpreise beim Export europäischer
Milchprodukte hatten kurz vor dem Jahreswechsel leicht nachgegeben.
Gleichzeitig blieben jedoch die Exportpreise der ozeanischen Länder
relativ stabil.
Terminmärkte erwarten Marktstabilisierung
An den relativ stark am Weltmarkt orientierten US-Terminmärkten geht man
derzeit nicht mehr von einem weiteren Rückgang der Milchpreise aus.
Nachdem die Erzeugerpreise dort in der zweiten Jahreshälfte um rund 20 Prozent
nachgegeben hatten und man zunächst im ersten Quartal 2012 einen
weiteren Rückgang von etwa zehn Prozent erwartet hat, sieht es jetzt doch
nach einer Konsolidierung der Milchpreise bei etwa 38 US-Ct/kg aus.
Ursache für diese insgesamt positivere Prognose ist die offensichtliche
Stabilisierung der Exportnachfrage im letzten Quartal 2011.
Dieser
verbesserte Ausblick spiegelt sich im Wesentlichen auch in den
Terminmarktpreisen für die börsengehandelten Milchprodukte wider. So
gehen die US-Händler beim relativ stark exportabhängigen Käsemarkt von
Januar bis Mai jetzt von einem leichten Preisanstieg aus. Bei
Magermilchpulver rechnet man am US-Terminmarkt für die nächsten Monate
mit wenig veränderten Preisen und bei Butter geht man bis Mai sogar von
einem Preisanstieg von etwa sechs Prozent aus.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
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