Donnerstag, 24.05.2012
Milchmarkt: Auktionspreise geben nach
An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (GlobalDairyTrade) haben die Auktionspreise am Mittwoch um drei Prozent nachgegeben. Das ist der stärkste Preisrückgang seit Juli 2011.
Den Märkten zufolge ist das Verhältnis Angebot und Nachfrage am Weltmarkt relativ ausgeglichen.
© fotolyse/fotolia
Im Vergleich zum Februar vor einem Jahr lag der Preisindex für alle sieben gehandelten Milchprodukte sogar rund 21 Prozent niedriger. Trotz dieses Rückgangs pendeln die Auktionspreise seit rund fünf Monaten in einer relativ engen Preisspanne von etwa sechs Prozent. Dies dürfte ein Indiz für eine relativ ausgeglichen Situation von Angebot und Nachfrage am Weltmarkt sein. Zumindest bis Januar zeigten auch andere wichtige Indikatoren noch eine robuste Nachfrage und stabile Preise an. So notierte der von der FAO ermittelte Milchpreisindex für fünf an den wichtigsten Spotmärkten gehandelte Milchprodukte im den Januar sogar knapp drei Prozent höher als im Dezember und damit auf dem höchsten Stand seit September 2011.
Gefahr für das Marktgleichgewicht geht indessen von der deutlich gewachsenen Milchproduktion in fast allen wichtigen Exportländern aus. Allein in den letzte drei Monaten übertraf die produzierte Milchmenge ihren Vorjahreswert in Neuseeland um neun Prozent, in Australien um gut vier Prozent, in Argentinien um elf Prozent, in der EU um gut zwei Prozent und in den USA um 2,5 Prozent.
Kräftige Abschläge bei Milchfett
Milchmarkt: Auktionspreise geben nach
Bei der Auktion am 15. Februar gaben die Preise (außer für Kasein) für
alle gehandelten Milchprodukte nach. Kasein wurde im Vergleich zur
letzten Auktion 1,1 Prozent (%) teurer gehandelt.
Am geringsten war der Preisabschlag mit -0,8 % bei
Milch-Protein-Konzentrat. Bei Käse (Cheddar) fiel der Preisrückgang mit
- 2,3 % hingegen schon etwas deutlicher aus. Rund drei Prozent gaben die
Auktionspreise jeweils für Magermilch- und Vollmilchpulver nach.
Den
weitaus stärksten Abschlag musste indessen Wasserfreies Milchfett (AMF)
mit 10,5 % verkraften. Auch im Vergleich zum Februar letzten Jahres
sind die Preiseinbußen für AMF mit rund 44 % am stärksten, während
Vollmilch- und Magermilchpulver etwa 21 % bzw. 17 % weniger kosten als
vor zwölf Monaten.
Spotmarktpreise zuletzt stabil
Anfang Februar waren die Spotmarktpreise beim Export europäischer
Milchprodukte (fob Hafen) relativ stabil. Leicht nachgegeben haben
lediglich die Notierungen für Butter und Molkepulver. Dagegen wurde
Voll- und Magermilchpulver sowie Butteröl zu unveränderten Preisen
exportiert. An den ozeanischen Exporthäfen gaben die Preise für Käse
(Cheddar) und für Butter etwas nach. Die Exportpreise für Vollmilch
blieben stabil und Magermilchpulver wurde leicht teurer exportiert. Am
EU-Binnenmarkt waren die Preise auf Großhandelsebene bis Ende Januar
ebenfalls stabil. Die von der EU-Kommission erfassten Preise für die
wichtigsten Milchprodukte notierten nahezu unverändert. Lediglich die
Butterpreise gaben weiter leicht nach.
US-Terminmarkt: Etwas schwächere Milchpreise
An den stark am Weltmarkgeschehen orientierten US-Terminmärkten haben
die Rohmilchpreise von Dezember bis Februar von rund 0,41 US-Ct auf
0,36 US-Ct nachgegeben. Dieser Preisrückgang fiel etwas stärker aus als
erwartet, denn das Angebot an Rohmilch und die Produktion von
Milchprodukten übertraf ebenfalls die Prognosen. Bis April erwartet man
nun einen Rückgang der Rohmilchpreise auf 35 Ct. Danach sollen die
Notierungen wieder moderat zulegen. An den Exportmärkten erwartet das
USDA in einer aktuellen Prognose für 2012 eine Rückgang der
US-Pulverausfuhren von etwa fünf Prozent und bei den fettbasierten
Milcherzeugnissen einen Exportrückgang von zehn Prozent.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Allerdings haben die
US-Exporteure das Jahr 2011 auch mit einem neuen Rekord abgeschlossen.
Bis November lagen die wertmäßigen Ausfuhren rund 45 % über dem
Vorjahresergebnis. Insbesondere Käse und Magermilchpulver wurden
erheblich mehr exportiert. Die guten Erlösmöglichkeiten im Export
spiegeln sich weiterhin in den Kursen der börsengehandelten
Milchprodukten wider. Derzeit gehen die US-Händler bei Käse von Februar
bis Juli von einem Preisanstieg von knapp 10 % aus. Bei
Magermilchpulver rechnet bis April mit einem Preisrückgang und einer
anschließenden Preiserholung. Auch bei Butter gehen die Händler derzeit
von einem Preisanstieg von etwa 8 % bis Juli aus. Einen kräftigen
Preisrückgang von fast 30 % bis Juli erwartet man hingegen bei
Molkepulver.
Betriebsreportage: Mit Milchvieh erfolgreich wirtschaften
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