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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Bio » Frankreich-Bio ]
Donnerstag, 24.05.2012
Bio | 11.04.2011 Redaktion agrarheute.com

Frankreich: Bioproduzenten fühlen sich im Stich gelassen

Amiens - In Frankreich hat der Verband der Biobauern (FNAB) das nachlassende Engagement der Regierung bei den staatlichen Hilfen für die Umstellung auf den Ökolandbau beklagt.
Die Preise für biologische Produkte sinken. Immer mehr britische Farmer stellen deshalb wieder auf konventionelle Produktion um.© Mühlhausen/landpixel
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Die Preise für biologische Produkte sinken. Immer mehr britische Farmer stellen deshalb wieder auf konventionelle Produktion um.
© Mühlhausen/landpixel
Dadurch werde es immer unwahrscheinlicher, das auf dem Grenelle-Umweltgipfel beschlossene Ziel des damaligen Landwirtschaftministers Michel Barnier zu erreichen, warnte FNAB-Präsident Dominique Marion auf dem Jahreskongress der Organisation, der kürzlich im nordfranzösischen Amiens stattfand. Demnach sollen bis 2012 bereits sechs Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Frankreichs für den ökologischen Anbau genutzt werden.
Mit den Umstiegshilfen sei Paris seit längerem in Verzug. Ende März hätten die Biobauern noch immer auf die Zuschüsse für 2010 gewartet, wodurch zahlreiche Betriebe in Schwierigkeiten geraten seien. Der FNAB sei es leid, ständig um die Auszahlung der Hilfen bitten zu müssen, sagte Marion. Man erwäge deshalb, in Brüssel vorstellig zu werden, um Frankreich zur Einhaltung der Fristen zu zwingen.

FNAB: Bio-Landwirte bei geplanter Flächenermittlung benachteiligt

Der Fachverband bedauerte zugleich, dass die Verschiebung der EU-Beihilfen zugunsten der Biolandwirtschaft von der Ersten in die Zweite Säule zu einer Flächenermittlung geführt habe, die vor allem kleinere Betriebe mit einem Areal von weniger als 50 Hektar benachteilige, obwohl sie in der Biolandwirtschaft die Mehrheit stellten. Der von Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire angekündigte Ausgleich sei bislang noch nicht umgesetzt worden.
 
Für Unruhe sorge weiterhin die Tatsache, dass der Runderlass mit den Rahmenbedingungen für die Zahlungen aus dem EU-Haushalt für 2011 noch immer nicht veröffentlicht worden sei. Notwendig wäre indes eine mehrjährige Vereinbarung, um den Biobauern mehr Sicherheit zu geben, forderte der FNAB.

Verband will 'Umstellungszentren' schaffen

Für den FNAB stelle sich konkret die Frage, inwieweit die anhaltenden Probleme bei den Zahlungen ein Grund dafür seien, dass seit Anfang 2010 das bisherige Interesse der französischen Betriebsleiter an einer Umstellung auf die Biolandwirtschaft deutlich nachgelassen habe, hieß es in Amiens. Die Verbandsführung regte deshalb auf ihrer Jahresversammlung die Schaffung von "Umstellungszentren" an, in denen sämtliche Akteure ohne ideologische Grabenkämpfe Mittel und Wege diskutieren sollten, um den Biobauern ihren Weg zu erleichtern. Zugleich will der FNAB dafür kämpfen, dass die Hilfen aus dem Agrarressort zugunsten der Biolandwirtschaft nicht, wie geplant, 2011 gegenüber dem Vorjahr erheblich reduziert werden, zumal die aktuelle Entwicklung der Branche ein deutliches Signal benötige.
 
Als weiteren Schritt schlägt der Verband vor, die verschiedenen obligatorischen Abgaben, die von den Biobauern ebenso wie von den konventionellen Betriebsleitern an das gesonderte Verrechnungskonto (CASDAR) beim Pariser Landwirtschaftsministerium und an die Interprofessionen zu zahlen sind, wenigsten zugunsten des Ökolandbaus zu nutzen. Nach Aussage des FNAB zahlen beispielsweise die Biomilchbauern pro Jahr 680.000 Euro an die französische Milchinterprofession CNIEL, ohne davon in vollem Umfang zu profitieren. "Wir finanzieren mit anderen Worten die Förderung der konventionellen Landwirtschaft, obwohl unser eigener Forschungs- und Entwicklungsbedarf außerordentlich hoch ist", bemängelte Marion. Dabei sei die Biolandwirtschaft zunehmend für ihre umweltschonenden Praktiken, insbesondere mit Blick auf die Wasserqualität in sensiblen Zonen, anerkannt.
 
Man müsse sich mittlerweile die Frage stellen, ob Angst vor einem Erfolg der Biolandwirtschaft bestehe, zumal andere Bereiche, darunter Biokraftstoffe, Steuervergünstigungen in Höhe von 196 Millionen Euro erhielten und die Forschung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) mit 150.000 Euro gefördert werde.
AgE
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Keywords Betriebsstruktur | Bio | Biobauern | Biolebensmittel | Direktzahlungen | EU | Finanzhilfen | Frankreich | GAP | Umstellung | Öko | Ökobauern
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