Samstag, 25.05.2013
Bio
| 13.11.2012
Frankreichs Landwirte wollen Ökoanbaufläche bis 2015 verdoppeln
Paris - Rund 18.600 französische Landwirte können sich vorstellen, ihren Betrieb bis 2015 auf Biolandbau umzustellen. Das würde deren Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) zu heute verdoppeln.
Die französische Biolandwirtschaft wird aufgewertet, sie erhält ein eigenes Agrarfachinstitut.
© Mühlhausen/landpixel
Das geht aus einer Untersuchung des Zentrums für Analyse
und Zukunftsforschung (Centre d'études et de prospective
- CEP) des Pariser Agrarministerium aus der Landwirtschaftszählung 2010 hervor, die
vom landwirtschaftlichen Berufsstand gemacht worden war.
Demnach haben sich 18.600 Betriebsinhaber interessiert
gezeigt, bis 2015 zusätzlich 745.000 Hektar (ha) auf Biolandbau umzustellen,
was die Gesamtökoanbaufläche auf 1,5 Millionen Hektar (Mio ha)
steigen lassen würde; gemessen an der heutigen landwirtschaftlichen Nutzfläche (NF) würde sich das
Bioareal dann auf 7 Prozent (%) ausdehnen gegenüber derzeit 3,5 %.
Potentielle Umsteller wirtschaften schon heute sehr bio-ähnlich
Ferner ist dem Datenwerk der Landwirtschaftszählung zu
entnehmen, dass sich die Landwirte, die sich einer Umstellung
auf Bio in den nächsten fünf Jahren gegenüber offen
zeigten, schon sehr nah an einer ökologischen Wirtschaftsweise
ackerten. Diese Landwirte sind im Mittel jünger als der
Durchschnitt ihrer konventionellen Berufskollegen; zudem
besitzen sie im Schnitt eine höhere Berufsausbildung. Darüber
hinaus würden die umstellungswilligen Landwirte verstärkt
auf Diversifikation setzen und mehr regional verkaufen
als der nationale Durchschnitt. Diese Einzelheiten sind laut
CEP auch häufiger auf Biobetrieben als auf konventionellen
anzutreffen.
Für und Wider von Ökolandbau und konventioneller Landwirtschaft
Das Analysezentrum des Pariser Agrarressorts wies darauf hin,
dass die Ergebnisse aus den Antworten bei der Landwirtschaftszählung
resultierten, dabei allerdings nicht der Anteil
der Niederlassungen berücksichtigt worden sei, die aktuell
ökologisch auf ehemaligen konventionellen Flächen wirtschafteten.
Auch sei nicht der Prozentanteil der Betriebe erfasst, die
jedes Jahr der Biolandwirtschaft den Rücken kehrten; das seien
zwischen 1 % und 5 % der Betriebe.
Darüber hinaus verwies
das CEP auf eine zweite Studie, in der die Motive für die Umstellung
auf Bio und für die Rückkehr zur konventionellen
Anbauweise untersucht worden waren. Demnach macht die
positive Betrachtung des Berufsbildes durch die Kreativität
und das Unternehmertum eine Umstellung auf Bio attraktiv.
Hinzu kommen verordnungsrechtliche und soziale Faktoren
wie das Verbot von Wirkstoffen oder die erfolgreiche Umstellung
des Nachbarn. Demgegenüber sind die steigende Arbeitsbelastung,
notwendige organisatorische Veränderungen, Ertragsverluste,
die Aneignung neuer Kompetenzen oder die
notwendige Risikobereitschaft eher negative Aspekte im Hinblick
auf eine Umstellung.
Studie zeigt Gründe für Wiederabkehr von Ökolandwirtschaft
Die wesentlichen Komponenten zur
Wiederabkehr von der Ökolandwirtschaft seien der Mangel an
Zugang zu technischen und wirtschaftlichen Referenzen wie
Marktkenntnissen, Preisen, Mengen oder Verkaufsbedingungen,
aber auch wirtschaftliche Zwänge der Betriebe und des Marktes, ordnungsrechtliche Aspekte sowie die Zertifizierungskosten.
AgE
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