Donnerstag, 24.05.2012
Frankreich: Energiebehörde testet Biokraftstoffe der dritten Generation
Cadarache - Vor kurzem wurde in Südfrankreich eine Forschungsplattform für Biokraftstoffe der dritten Generation offiziell eingeweiht.
Frankreich sieht für sich ein sehr großes Potenzial beim Energiepflanzenanbau der dritten Generation.
© Jutta Rotter/aboutpixel.de
Die französische Atomenergie-Behörde (CEA), die mittlerweile auch für alternative Energien zuständig ist, nahm die Einweihung im südfranzösischen Departement Bouches-du-Rhône vor. Das Projekt "HélioBiotec" soll die biologischen Mechanismen bestimmter Mikroorganismen, die in der Lage sind, Moleküle mit hohem Energiegehalt auf natürliche Weise zu produzieren, testen und optimieren.
Der CEA zufolge könnten diese Organismen bei einer Massenkultivierung künftig zur Produktion von Biotreibstoffen der dritten Generation genutzt werden. Dank der Photosynthese seien bestimmte Mikroalgen und Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, unter spezifischen Voraussetzungen in der Lage, Wasserstoff oder Kohlenwasserstoff sowie Fette zu produzieren. Aufgrund ihres besonders raschen Wachstums und hoher Flächenerträge stuft die CEA diese Organismen als besonders wichtige Energieträger ein. Auf einer identischen Fläche kann der Energiebehörde zufolge damit die zehn- bis zwanzigfache Menge an Biodiesel im Vergleich zu Raps oder Sonnenblumen gewonnen werden.
Frankreich sieht bei Biomasse noch viel Spielraum
Der ehemalige Generaldirektor des französischen
Agrarforschungsinstituts (INRA) und des Zentrums für internationale
Zusammenarbeit in der Agrarforschung (CIRAD), Henry-Hervé Bichat, ist
der Meinung, Frankreich könne seine Produktion an Biomasse bis 2050
verdreifachen. Bichat, der aktuell die Arbeitsgruppe Biomasse und
nachwachsende Energien in der Vereinigung "Prospective 2100" leitet,
hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass sich das
Bruttonationaleinkommen weltweit bis 2050 vervierfachen werde.
Gleichzeitig geht der Wissenschaftler davon aus, dass sich der
Energieverbrauch infolge einer höheren Energieeffizienz im gleichen
Zeitraum lediglich verdoppeln werde.
Viele
Experten teilten die Ansicht, dieser Anstieg sollte im Wesentlichen
durch eine Ausweitung erneuerbarer Energien gedeckt werden, um so den
Treibhauseffekt zu reduzieren, argumentierte der Franzose. Nach
aktuellen Schätzungen sei es möglich, unabhängig von den Energie- und
Rohstoffpreisen und dem Nahrungsmittelbedarf die weltweite
Energieproduktion aus Biomasse bis 2050 von 1,1 Mrd t auf 2,3 Mrd t
Erdöläquivalent zu steigern, womit Biomasse weiterhin etwa 10 % der
Primärenergie ausmachen werde.
AgE
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.