Donnerstag, 24.05.2012
Frühkartoffeln: Saison schließt mit guten Qualitäten
Berlin - Gute Pflanz- und Aufwuchsbedingungen haben sich positiv auf die deutsche Frühkartoffelsaison ausgewirkt. Sie schließt mit guten Qualitäten.
Die Anbaufläche sollte gegenüber 2011 nicht ausgedehnt werden, empfiehlt Henning Meyer von der Frühkartoffel-Erzeugergemeinschaft.
© Mühlhausen/landpixel
"Die deutschen Frühkartoffeln des Jahres 2011 sind von guter Qualität. Die derzeitigen Preise können die Verbraucher erfreuen, stellen aber die Bauern angesichts deutlich gestiegener Produktionskosten nur bedingt zufrieden." Dies erklärte Martin Umhau, Vorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA) und Vorsitzender des Fachausschusses Kartoffeln beim Deutschen Bauernverband (DBV) vor dem Ende der diesjährigen Frühkartoffelsaison.
Trockenheit treibt Produktionskosten
In diesem Frühjahr hätten optimale Pflanzbedingungen geherrscht, die
Bestände erreichten schnell ihre Reife. Die über Wochen andauernde
Trockenheit trieb allerdings die Produktionskosten spürbar in die Höhe,
da umfangreich beregnet werden musste, stellt Umhau fest. Gebietsweise
sei auch von Frostschäden berichtet worden.
In einigen Anbaugebieten
Deutschlands musste wegen der beträchtlichen Niederschläge der letzten
Tage die Ernte unterbrochen werden, die zwischenzeitlich aber wieder
aufgenommen werden konnte. "Nur zögerlich wurde in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels die
Importware durch die deutschen Frühkartoffeln abgelöst, der Einstieg
gelang später als erhofft. Dennoch darf nicht davon abgerückt werden,
Frühkartoffeln aus deutschen Landen nur in abgereiftem Zustand auf den
Markt zu bringen. Die vor Jahren initiierte und von der Kartoffelbranche
getragene Qualitätsoffensive wird vom Verbraucher und vom
Lebensmitteleinzelhandel heute honoriert", stellte Umhau fest. Dies
würden auch die Vertreter der Erzeugergemeinschaften einhellig
bestätigen.
Gute Qualitäten, geringe Erntemengen
Die zur Haupternte anstehenden Sorten lassen gute Qualitäten, jedoch
keine großen Erntemengen erwarten, so Umhau. Die niedrigeren Erträge
seien die Folge von geringeren Knollenansätzen der Kartoffelpflanzen.
Infolge der geringeren Knollenanzahl könne es zu einem vermehrten
Übergrößenanteil kommen. Dies gilt es in Abhängigkeit von der
Verwertungsrichtung im Zaum zu halten. Die Vermarktung von Übergrößen
sei im Frischbereich naturgemäß schwierig.
Umhau verwies darauf, dass
die Kartoffel mehr ist als nur Beilage. Kartoffeln seien ein
Grundnahrungsmittel für Fitness und Schlankheit, enthielten sie doch
neben lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wenig Fett und damit
auch wenig Kalorien. Dank ihrer vielfältigen Verwertungsrichtungen seien
Kartoffeln bei Verbrauchern sehr beliebt. Der stetige
Verbrauchsrückgang der zurückliegenden Jahrzehnte ist inzwischen
gestoppt worden. 2010 verzehrte jeder Bundesbürger rund 63 Kilogramm
Kartoffeln, damit stabilisierte sich der Pro-Kopf-Verbrauch mit rund 60
Kilogramm zum Vorjahr.
pd
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