Donnerstag, 24.05.2012
Fünf Fragen an ... - Alexander Bonde
Stuttgart - In unserer Reihe "Fünf Fragen an ..." stellen wir Ihnen wichtige Persönlichkeiten aus der Agrarbranche vor. Heute: Alexander Bonde, Landwirtschaftsminister Baden-Württemberg.
Alexander Bonde, Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg
Steckbrief
Alexander Bonde wurde 1975 in Freiburg im Breisgau geboren, ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist evangelisch. Nach seinem High School-Diploma an der Kahuku High School in Hawaii, USA und Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium in Freiburg studierte er ab 1996 Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 1999 begann er ein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes Baden-Württemberg in Kehl.
Von 2001 bis 2002 war er Persönlicher Referent in der Landtagsfraktion B90/Grüne Baden-Württemberg, von September
2002 bis Mai 2011 war er Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Emmendingen-Lahr mit den Ämtern Haushaltspolitischer Sprecher, Obmann im Haushaltsausschuss und Stellvertretendes Mitglied im Agrarausschuss und im Verteidigungsausschuss. Er ist Landesvorstandsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg. Seit dem 12. Mai 2011 ist er baden-württembergischer Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.
In welcher Region in Deutschland ist es für Sie am schönsten?
Ich habe das große Glück, in einem sehr schönen und landschaftlich
äußerst abwechslungsreichen Bundesland leben und arbeiten zu dürfen.
Trotz der Vielfalt Baden-Württembergs fühle ich mich in meiner
unmittelbaren Heimat, dem Schwarzwald, am wohlsten.
Bei welchem Hobby können Sie am besten entspannen?
Meine freie Zeit ist sehr knapp bemessen und deshalb in erster Linie
meiner Familie vorbehalten. Ansonsten unterscheidet sich mein
Freizeitverhalten nicht von dem anderer Menschen. Ab und an schaue ich
mir auch im Stadion ein Fußballspiel an: ich bin Mitglied beim SC
Freiburg.
Was verbinden Sie mit den Begriffen Heimat und Ländlicher Raum?
Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt. Der Ländliche Raum ist für mich
intakte Natur, Wälder, Wiesen und Felder, aber auch ein wichtiger
wirtschaftlicher Faktor. In Baden-Württemberg beispielsweise liegen 70
Prozent der Landesfläche im Ländlichen Raum und etwa 35 Prozent der
Menschen leben dort. Sehr viele, vor allem kleine und mittelständische
Unternehmen, die den Erfolg Baden-Württembergs begründen, haben dort
ihren Sitz. Mit Blick auf den demografischen Wandel und die
Daseinsvorsorge stellt der Ländliche Raum die Gesellschaft vor große
Herausforderungen, die es zu lösen gilt. Ich denke zum Beispiel an die
nachhaltige Versorgung der Menschen mit Infrastrukturleistungen,
Schulen, Ärzten, Arbeitsplätzen oder Einkaufsmöglichkeiten.
Bitte den Satz vollenden: 'Ein Politiker muss ...'
... schon einiges aushalten.
Welchen Stellenwert hat Ihrer Meinung nach die Landwirtschaft in der heutigen Gesellschaft?
In den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen gibt es große
Unterschiede in der Wahrnehmung. Daher kann man diese Frage so allgemein
nicht beantworten. Der Anteil der Menschen, die bei uns einen direkten
Bezug zur Landwirtschaft haben und wissen, welchen landeskulturell
wichtigen Beitrag die Bäuerinnen und Bauern leisten, nimmt leider ab und
ich bin mir nicht sicher, ob jeder Verbraucher beim Griff ins
Ladenregal daran denkt, woher unsere Lebensmittel eigentlich kommen.
Fakt ist, dass die Landwirtschaft als Urproduzent den Großteil unserer
Nahrungsmittel erzeugt sowie in zunehmendem Maße auch an der
Bereitstellung von Energie beteiligt ist. Der volkswirtschaftliche
Nutzen der Landwirtschaft ist immens und wird leider oftmals
unterschätzt. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, meinen Beitrag zu
leisten, um die Bedeutung der Landwirtschaft wieder stärker ins
Bewusstsein der Menschen zu rücken.
Angelika Sontheimer, Freie Agrarjournalistin
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