In unserer Reihe "Fünf Fragen an..." stellen wir Ihnen interessante Menschen vor. Heute: Joachim Suttor, Geschäftsführer der Firma Bintec aus Schwandorf.
Joachim Suttor, Geschäftsführer Bintec
Steckbrief
Joachim Suttor wurde 1971 in Bayern geboren und war nach seiner schulischen Laufbahn und Lehre 1993 für ein knappes Jahr in Amerika und Afrika unterwegs. Zunächst ist er in den USA vier Monate quer durch das Land gereist, danach besuchte er fünf Monate lang eine Jüngerschaftsschule in Montana, für die er dann zwei Monate lang in Kenia als Missionar unterwegs war. Wieder zurück in Deutschland absolvierte er seinen Zivildienst und schloss seine Ausbildung mit dem staatlich geprüften Agrarbetriebswirt ab. 1999 übernahm er den elterlichen Betrieb mit 60 ha
Ackerbau und 400 Mastschweinen, der bis heute seine Grundlage bildet. 2006 gründete er mit seinem Partner Marco Horsch die Firma Bintec GmbH&Co.KG und ist dort für den Vertrieb und das Marketing zuständig.
Landwirtschaft, Vertrieb und Technik. Was macht Ihnen am meisten Spaß?
Heute bin ich mit 60 ha
Ackerbau und inzwischen 700 Mastschweinen fast
schon ein Hobbylandwirt und von der Arbeitszeit her mehr mit und für
Bintec unterwegs. Die wenige Zeit, die daneben noch bleibt, verbringe
ich liebend gerne mit meiner Frau und unseren drei Kindern (1, 6 und 7
Jahre). In der Landwirtschaft gefällt mir, dass ich mein eigener Chef
bin. Ich habe alle Freiheiten, muss aber auch für die Konsequenzen
meiner Entscheidungen selber gerade stehen. Es ist allerdings eine
Schande, wie wenig Geld man für die Produktion hochwertigster
Lebensmittel heute bekommt.
Das bringt mich zu meinem zweiten Standbein.
Bei Bintec gefällt mir, dass wir ein super Arbeitsklima untereinander
haben und uns blind vertrauen. Es macht mir Freude, Landwirte von
unseren Produkten zu überzeugen und zu sehen, wenn diese eine sinnvolle
Entscheidung getroffen haben. Bei schlechtem
Wetter ist mir der Vertrieb
viel lieber als die Landwirtschaft aber wenn es draußen los geht, kann
ich nicht ruhig sitzen bleiben. Ich würde sagen das Engagement liegt bei
50:50. Technik ist nicht so meine Leidenschaft. Da bin ich froh, das
ich mit Marco einen sehr guten Techniker an meiner Seite habe, der die
besten Ideen hat und die auch umsetzen kann. Ich verkaufe und er muss
dann sehen, dass wir alles halten, was ich versprochen habe.
Was verstehen Sie unter Fairness im Geschäftsleben?
"Was Du nicht willst, dass dir angetan wird, das tue auch keinem anderen
an" oder "leben und leben lassen" denke ich sind zwei Grundsätze, die
mir wichtig sind. Ich versuche zu überzeugen, ohne andere Firmen oder
gar Menschen schlecht zu machen. Ich sage aber auch ganz klar, dass ich
bei meiner Geschäftstätigkeit Geld verdiene. Diese Ehrlichkeit und
Offenheit sind mir wichtig und werden meiner Meinung nach auch von
unseren Kunden anerkannt. Mir gefällt, dass ich mit mehr als der Hälfte
unser Kunden per Du bin. Das zeigt mir, dass die Kunden zufrieden sind
und wir nicht nur ein Verkäufer-Kunden Verhältnis haben.
Woraus schöpfen Sie Kraft und Zuversicht für Ihr Leben?
Mein christlicher Glaube gibt mir Halt, Kraft und Zuversicht. Ich glaube
fest daran, dass sich eben nicht alles ums Geld dreht, sondern etwas
viel größeres schöneres auf uns wartet. Zu glauben, dass wir Menschen
nur ein Zufallsprodukt sind und nach dem Leben alles vorbei ist, fällt
mir viel schwerer, als der Glaube an einen Gott, den ich nicht greifen
oder sehen kann. Meine Familie zeigt mir, dass ich nicht nur Landwirt
oder Verkäufer, sondern auch noch Mann, Papa, Sohn und Bruder bin. Die
Kombination von Glaube und Familie macht das Leben für mich liebenswert.
Bitte den Satz vollenden: "Lagerungs-, Trocknungs- und Fördertechnik
muss" ...
... von Bintec sein, wenn es wirklich Sinn machen soll.
Was fällt Ihnen alles spontan zu Kanada ein?
Neben unseren Geschäftspartnern leben auch meine Schwester mit Ihrem
kanadischen Mann in Vancouver, die Frau meines Partners ist auch aus
Kanada. Wie könnte ich da etwas Schlechtes über Kanada sagen? Kanada hat
eine wunderbar schöne Natur und sehr nette Menschen, die anscheinend
keine Ellenbogen haben. Ich würde dort gerne mehr meiner freien Zeit
verbringen.