Donnerstag, 24.05.2012
G20-Agrargipfel: Mehr Transparenz für die Agrarmärkte
Paris - In der französischen Hauptstadt beraten heute und morgen die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 größten Industrie- und Schwellenländer über Strategien zur Vermeidung künftiger Weltwirtschaftskrisen.
Funktionierende Agrarmärkte liegen im Interesse aller Marktakteure
© Christian Mühlhausen / www.landpixel.de
Bei dem Gipfeltreffen in Paris geht es um die Ungleichgewichte unter den Wirtschaftsmächten, das Weltwährungssystem und die Preisexplosion bei Rohstoffen und Lebensmitteln. Auf der Tagesordnung stehen Beratungen zu Turbulenzen und Volatilität an den internationalen Agrarmärkten und deren Auswirkungen auf Welternährung und Landwirtschaft.
Während der Diskussionen werden sich die Agrarminister daher auf folgende Aspekte konzentrieren:
-
Verbesserung der Marktinformationen und der Transparenz über Lagerbestände
- Verstärkte Koordination auf den internationalen Agrarmärkten
- Weiterentwicklung der Agrarproduktion, um die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln zu erfüllen
- Begrenzung der Exporteinschränkungen
- Entwicklung von Instrumenten zum Risikomanagement
Bayerischer Bauernverband: Transparenz dient allen
Der Bayerische Bauernverband (BBV) sieht in der Landwirtschaft die Schlüsselposition für das Meistern der globalen Herausforderungen. Eine zentrale Botschaft des G20-Treffens solle daher eine
Aufforderung an entwickelte Länder sowie an Entwicklungsländer sein, die
Landwirtschaft zu stärken. Das sei die Basis für
eine gesicherte Lebensmittelversorgung bei der wachsenden
Weltbevölkerung.
Funktionierende Agrarmärkte lägen im Interesse aller Marktakteure.
Außerdem hätten sie eine große Bedeutung für eine gesicherte globale
Nahrungsmittelversorgung. Deshalb fordert der BBV,
mit dem Ausbau der Transparenz Manipulationsversuchen im Agrarmarkt
einen Riegel vorzuschieben. Dazu zählt auch der Einblick in
Lagerbestände, Erzeugung und Verbrauch weltweit.
Erste Gerüchte über Abschlusserklärung
Presseberichten zufolge ist die Abschlusserklärung des G20-Agrargipfels schon
durchgesickert. So soll die Regulierung der Warenterminbörsen und des
Derivatehandels allein den Finanzministern der G20 überlassen werden.
Diese hatten schon im April erklärt, dass sie den Empfehlungen der
internationalen Börsenaufsichten folgen und exzessive Spekulationen mit
Agrarrohstoffen eindämmen wollen.
Kritiker fordern aber, dass hier auch die Agrarexperten ein
Mitspracherecht haben sollten.
Laut OECD und FAO bleiben die Preise für Agrarrohstoffe auch im
kommenden Jahrzehnt noch extrem hoch und schwanken stark. Die
Volatilität auf den weltweiten Rohstoffmärkten und deren Auswirkung auf
die Ernährungssituation in Entwicklungsländern seien eine der
bedeutendsten Themen unserer Zeit, heißt es in deren Bericht.
jz
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