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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Politik » Politik EU » GAP Agrarrat ]
Donnerstag, 24.05.2012
Politik EU | 15.11.2011 Redaktion agrarheute.com

Agrarminister finden klare Worte zu Ciolos' Plänen

Brüssel - Die EU-Landwirtschaftsminister bezogen am Montag in Brüssel ausführlicher als bislang Stellung zu den Plänen von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos über die Zukunft der Direktzahlungen.
EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos geht auf die Mitgliedsstaaten zu. Nationale Agrarumweltmaßnahmen könnten jetzt für das Greening angerechnet werden.© EbS
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EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos geht auf die Mitgliedsstaaten zu. Nationale Agrarumweltmaßnahmen könnten jetzt für das Greening angerechnet werden.
© EbS
Unter dem Strich wurden jedoch die bereits im Oktober vertretenen Positionen bekräftigt. Während ein Großteil der Mitgliedstaaten vor mehr Verwaltungsaufwand warnte, wurden die einzelnen Elemente des Vorschlags vor dem Hintergrund der jeweiligen nationalen Ausgangslage erörtert: Den Mittelmeerländern schmeckt die geplante Umstellung auf eine Regionalprämie nicht, wobei sich Griechenland noch am ehesten mit diesem Gedanken anfreunden könnte.

Bulgarien fordert sofortige Anhebung auf 80 % des EU-Mittels

Von den neuen Mitgliedstaaten wurde bekräftigt, dass die geplante Anpassung der Mittelverteilung nicht ausreichend sei. Kritisiert wurde aus den Reihen der EU‑12 sowohl die Idee, die Lücke bis zu 90 % des EU-Durchschnitts lediglich um ein Drittel zu schließen, als auch die Übergangsfrist. Bulgarien beispielsweise forderte eine sofortige Anhebung ab 2014 auf 80 % des EU-Mittels. Die von Kürzungen betroffenen Länder wiederum machten deutlich, dass sie nicht jeden Preis zu zahlen bereit sind. Großbritannien plädierte weiter für einen Ausbau der ländlichen Entwicklung zu Lasten der Ersten Säule.
 

Komplizierte Direktzahlungsstruktur und starke Beihilfeeinbußen befürchtet

Staatssekretär Dr. Robert Kloos vom Bundeslandwirtschaftsministerium hält die geplante Struktur der Direktzahlungen mit diversen Unterprogrammen für zu kompliziert. Die Regelungen für Kleinbetriebe und Junglandwirte vorgesehenen Regelungen sollten höchstens freiwillig durchgeführt werden können, der Anteil der produktionsgekoppelten Beihilfen im Zeitablauf weiter sinken. Auch vom Konzept des aktiven Landwirts erwartet Kloos unverhältnismäßig mehr Bürokratie. Hinsichtlich der ökologischen Vorrangflächen verlangte er von der Kommission Aufklärung, wie dies praktisch umgesetzt werden soll.
 
Kloos sprach sich dafür aus, nicht nur Biobetriebe von der Ökologisierungspflicht auszunehmen, sondern auch Agrarumweltmaßnahmen mit dem Greening zu verrechnen. Die Deutschland ins Haus stehenden Abstriche durch eine Umverteilung der Beihilfen zugunsten der neuen Mitgliedstaaten bezeichnete der Staatssekretär als "nennenswert". Über die Höhe müsse man noch diskutieren. Er pochte erneut darauf, solche Umverteilungen nur in der Gesamtschau mit ländlicher Entwicklung und den Strukturfonds vorzunehmen.

Cioloş äußert sich zurückhaltend auf die vorgebrachten Einwände

EU-Agrarkommissar Dr. Dacian Cioloş wollte sich unterdessen nicht darauf festlegen, bei welchen Punkten er zum Entgegenkommen bereit ist und wo nicht. Schließlich stehe man noch ganz am Anfang des Verhandlungsprozesses, so Cioloş vor Journalisten. Gleichzeitig hob er die Bedeutung des Europaparlaments hervor: Zum ersten Mal bei einer Agrarreform seien es nicht die Mitgliedstaaten allein, die entschieden. Nach Darstellung des Kommissars kann zumindest ein Teil der geäußerten Kritik auf Verständnisprobleme zurückgeführt werden. Einige Fragen seien im Gespräch mit den Mitgliedstaaten bereits ausgeräumt worden. Es sei Aufgabe der Regierungen, sich jetzt weiter im Detail mit den Vorschlägen zu beschäftigen.
 
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Keywords Agrarrat | Aigner | Brüssel | Ciolos | Direktzahlung | EU | Greening | Kloos | Umverteilung
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